Holland kapituliert vor der Gewalt
Es gibt einige Strategien im Kampf gegen die Ausschreitungen rund um und in den Fußballstadien. Härte ist eine, Polizeipräsenz eine andere, vorbeugende Arbeit in Fanprojekten eine dritte. In Holland wird der vierte Weg beschritten: Kapitulation vor den Gewalttätern. Aus Furcht vor den schon traditionellen Krawallen bei Spielen von Feyenoord Rotterdam gegen Ajax Amsterdam bekommen beide Städte nun ihr Pokalendspiel. Anhänger des jeweils anderen Klubs dürfen nicht ins Stadion.
Das honoriert die Bemühungen von Krawallmachern um öffentliche Anerkennung. Und es bestraft die deutliche Mehrheit jener, denen es um das Vergnügen am Fußballspiel geht.
Und auch die Fans, die sich an den beiden Spieltagen in Amsterdam und Rotterdam aufhalten dürfen, werden das geteilte Finale nicht gerade genießen. Sie müssen sich durch einen Hochsicherheitstrakt quälen, für den die Polizei bereits an den jeweiligen Stadtgrenzen sorgen wird.
Wenn so der Zukunftsentwurf für den Profifußball aussieht, dann gute Nacht. pet
Quelle: Rheinische Post
Das honoriert die Bemühungen von Krawallmachern um öffentliche Anerkennung. Und es bestraft die deutliche Mehrheit jener, denen es um das Vergnügen am Fußballspiel geht.
Und auch die Fans, die sich an den beiden Spieltagen in Amsterdam und Rotterdam aufhalten dürfen, werden das geteilte Finale nicht gerade genießen. Sie müssen sich durch einen Hochsicherheitstrakt quälen, für den die Polizei bereits an den jeweiligen Stadtgrenzen sorgen wird.
Wenn so der Zukunftsentwurf für den Profifußball aussieht, dann gute Nacht. pet
Quelle: Rheinische Post
Trauer in Berlin und München
Uli Hoeneß hatte es vorausgesehen. Eine Mannschaft wird im Finale um die Meisterschaft noch patzen. Dass es die eigene sein würde, hätte der Manager des FC Bayern wohl nicht geglaubt. Bayern spielt Unentschieden, Hertha nullt sich aus dem Titelrennen, Wolfsburg triumphiert. Nach 33 Spieltagen ist die Schale so gut wie vergeben.
Die Sensationsmannschaft der Saison hat es selbst in der Hand. Gewinnen die Wölfe ihr letztes Spiel, sind sie Meister. Selbst ein Unentschieden müsste reichen. Dabei sahen sich die Niedersachsen noch vor einer Woche mit Untergangsszenarien konfrontiert. Magaths Wechsel zu Schalke wurde öffentlich, die Mannschaft ging 1:4 in Stuttgart unter, und vielerorts lautete die Meinung, dass nun alles in die Binsen gehen wird.
Doch Magath und sein Traumsturm widerlegten die Liga. Wolfsburg schoss unter der Woche Dortmund ab und demütigte gestern Hannover. Nun steht nur noch Werder Bremen zwischen Magath und dem größten deutschen Fußballwunder seit Otto Rehhagels Meisterschaft mit Kaiserslautern.
Jene Bremer, die seit Wochen ihre Stammspieler für die wichtigen Pokalspiele schonen und die Liga längst nicht mehr ernst nehmen - wie der würdelose Auftritt gegen den KSC belegte. Werder ließ sich wie auch Hannover einfach gehen. Das ist unanständig.
Ändern die Bremer ihr Benehmen nicht, kann sich Wolfsburg nur noch selbst bezwingen. Doch auch dies ist ja schon so mancher Mannschaft gelungen. Denken wir nur an Leverkusen, das 2000 bei Unterhaching verlor und die Meisterschaft den Bayern schenkte.
Die haben nach dem 2:2 in Hoffenheim jedoch andere Sorgen als den Titel. Treffen sie im Finale doch auf den VfB Stuttgart. Wer dieses Spiel gewinnt, steht in der Champions League. Und ist vielleicht sogar Meister. Aber nur wenn sich Wolfsburg doch noch selbst schlägt.
Auch im Untergeschoss der Liga sind nur Vorentscheidungen gefallen. Bielefeld, Cottbus und Karlsruhe veranstalten ein Wettschwimmen um den Relegationsplatz. Es wird ein spannendes Finale.
Welt.de
Die Sensationsmannschaft der Saison hat es selbst in der Hand. Gewinnen die Wölfe ihr letztes Spiel, sind sie Meister. Selbst ein Unentschieden müsste reichen. Dabei sahen sich die Niedersachsen noch vor einer Woche mit Untergangsszenarien konfrontiert. Magaths Wechsel zu Schalke wurde öffentlich, die Mannschaft ging 1:4 in Stuttgart unter, und vielerorts lautete die Meinung, dass nun alles in die Binsen gehen wird.
Doch Magath und sein Traumsturm widerlegten die Liga. Wolfsburg schoss unter der Woche Dortmund ab und demütigte gestern Hannover. Nun steht nur noch Werder Bremen zwischen Magath und dem größten deutschen Fußballwunder seit Otto Rehhagels Meisterschaft mit Kaiserslautern.
Jene Bremer, die seit Wochen ihre Stammspieler für die wichtigen Pokalspiele schonen und die Liga längst nicht mehr ernst nehmen - wie der würdelose Auftritt gegen den KSC belegte. Werder ließ sich wie auch Hannover einfach gehen. Das ist unanständig.
Ändern die Bremer ihr Benehmen nicht, kann sich Wolfsburg nur noch selbst bezwingen. Doch auch dies ist ja schon so mancher Mannschaft gelungen. Denken wir nur an Leverkusen, das 2000 bei Unterhaching verlor und die Meisterschaft den Bayern schenkte.
Die haben nach dem 2:2 in Hoffenheim jedoch andere Sorgen als den Titel. Treffen sie im Finale doch auf den VfB Stuttgart. Wer dieses Spiel gewinnt, steht in der Champions League. Und ist vielleicht sogar Meister. Aber nur wenn sich Wolfsburg doch noch selbst schlägt.
Auch im Untergeschoss der Liga sind nur Vorentscheidungen gefallen. Bielefeld, Cottbus und Karlsruhe veranstalten ein Wettschwimmen um den Relegationsplatz. Es wird ein spannendes Finale.
Welt.de
Babbel: "In München das Unmögliche möglich machen"
Markus Babbel war immer noch sichtlich bewegt. Auch eine halbe Stunde nachdem er dem lautstarken Werben der Fans nachgegeben hatte und sich erstmals in der Kurve als Verantwortlicher feiern ließ, hatte der sonst so nüchterne VfB-Teamchef seine Emotionen noch immer nicht wieder eingefangen. "Das habe ich in Deutschland so noch nie erlebt, schwärmte Babbel, "dass mein Name so gerufen wird, das war ein Wahnsinnserlebnis."
Der 36-Jährige hatte sich das Bad in der Menge wahrlich verdient. Mit dem holprigen 2:0 (1:0) gegen Energie Cottbus hat der VfB seine Aufholjagd, "die ich so noch nie gesehen habe" (Babbel) vorläufig gekrönt, und die Teilnahme zumindest an der künftigen Europa League festgezurrt. Bei seinem Amtsantritt im November hatte der VfB als Elfter satte zehn Punkte Rückstand auf den zweiten Platz, der jetzt bei einem Sieg bei den Bayern winkt, samt direkter Qualifikation für die Champions League und damit mindestens 15 Millionen Euro garantierten Zusatzeinnahmen.
Babbel: "In München das Unmögliche möglich machen"
"Wir haben uns eine glänzende Ausgangsposition für nächsten Samstag erarbeitet. Nun werden wir unsere Kräfte sammeln, um in München das Unmögliche möglich zu machen", versprach Babbel. Er meinte damit nicht die zumindest theoretisch vorhandene Titelchance, sondern die direkte Qualifikation für die Champions League. An die Meisterschaft glauben die Verantwortlichen zumindest offiziell nicht mehr so richtig. "Eigentlich ist das Ding durch", glaubt Manager Horst Heldt mit dem Verweis auf die Bremer, die das Saisonfinale in Wolfsburg nach dem UEFA-Cup-Finale und vor dem Pokalendspiel bestreiten.
Beim Showdown in München sehen die Schwaben desweiteren die Bayern in besonderem Zugzwang, für die der mögliche "Abstieg" in die Europa League ungleich schwerer wiegen würde als für den VfB. "Die Konstellation ist spannend. Ich denke, der Druck liegt auf der anderen Seite", merkte Heldt mit einem Schmunzeln im Gesicht zum Saisonfinale an. In Stuttgart lieben sie eben die Rolle des Außenseiters, den eigentlich keiner so richtig auf dem Zettel hat.
Favoritenrolle liegt Stuttgart nicht
Denn wie schwer sich die Schwaben mit der Favoritenrolle tun, stellten die 90 zähen Minuten gegen eigentlich biedere Cottbuser unter Beweis. Trotz des frühen Treffers von Kapitän Thomas Hitzlsperger (19.) war die Nervosität der Stuttgarter in nahezu jeder Situation zu spüren. "Wir haben uns das Leben selbst schwer gemacht", befand Roberto Hilbert nach teilweiser sehr zerfahrener Spielweise von ihm und seinen Kollegen. "Wir waren zum ersten Mal unter Druck, das Spiel gewinnen zu müssen. Das war das Problem und wir haben uns damit sehr schwer getan", fügte Cacau an, der mit dem 2:0 (78.) die allgemeine Verkrampfung löste.
Nur zwei Minuten zuvor hatte Stuttgart mächtig Dusel gehabt, dass Jiayi Shao einen Konter der Gäste nur mit einem Lattenkracher abschloss. "Da hatten wir auch das nötige Glück", gestand Babbel, der zunächst auf seinen noch immer angeschlagenen Torjäger Mario Gomez (Adduktoren) verzichtete.
Erst nach 68 Minuten griff der Nationalstürmer ins Geschehen ein und bereitete das erlösende 2:0 vor. "Eigentlich sollte ich ja gar nicht spielen, aber irgendwann war ich so heiß und zum Glück hat der Trainer dann auch so entschieden", so Gomez, der seine Vorfreude auf das Saisonfinale nicht verbergen konnte. "Wir fahren völlig ohne Druck dahin. Wir haben unsere Ziele erreicht. Alles was jetzt kommt ist die Kür."
Der 36-Jährige hatte sich das Bad in der Menge wahrlich verdient. Mit dem holprigen 2:0 (1:0) gegen Energie Cottbus hat der VfB seine Aufholjagd, "die ich so noch nie gesehen habe" (Babbel) vorläufig gekrönt, und die Teilnahme zumindest an der künftigen Europa League festgezurrt. Bei seinem Amtsantritt im November hatte der VfB als Elfter satte zehn Punkte Rückstand auf den zweiten Platz, der jetzt bei einem Sieg bei den Bayern winkt, samt direkter Qualifikation für die Champions League und damit mindestens 15 Millionen Euro garantierten Zusatzeinnahmen.
Babbel: "In München das Unmögliche möglich machen"
"Wir haben uns eine glänzende Ausgangsposition für nächsten Samstag erarbeitet. Nun werden wir unsere Kräfte sammeln, um in München das Unmögliche möglich zu machen", versprach Babbel. Er meinte damit nicht die zumindest theoretisch vorhandene Titelchance, sondern die direkte Qualifikation für die Champions League. An die Meisterschaft glauben die Verantwortlichen zumindest offiziell nicht mehr so richtig. "Eigentlich ist das Ding durch", glaubt Manager Horst Heldt mit dem Verweis auf die Bremer, die das Saisonfinale in Wolfsburg nach dem UEFA-Cup-Finale und vor dem Pokalendspiel bestreiten.
Beim Showdown in München sehen die Schwaben desweiteren die Bayern in besonderem Zugzwang, für die der mögliche "Abstieg" in die Europa League ungleich schwerer wiegen würde als für den VfB. "Die Konstellation ist spannend. Ich denke, der Druck liegt auf der anderen Seite", merkte Heldt mit einem Schmunzeln im Gesicht zum Saisonfinale an. In Stuttgart lieben sie eben die Rolle des Außenseiters, den eigentlich keiner so richtig auf dem Zettel hat.
Favoritenrolle liegt Stuttgart nicht
Denn wie schwer sich die Schwaben mit der Favoritenrolle tun, stellten die 90 zähen Minuten gegen eigentlich biedere Cottbuser unter Beweis. Trotz des frühen Treffers von Kapitän Thomas Hitzlsperger (19.) war die Nervosität der Stuttgarter in nahezu jeder Situation zu spüren. "Wir haben uns das Leben selbst schwer gemacht", befand Roberto Hilbert nach teilweiser sehr zerfahrener Spielweise von ihm und seinen Kollegen. "Wir waren zum ersten Mal unter Druck, das Spiel gewinnen zu müssen. Das war das Problem und wir haben uns damit sehr schwer getan", fügte Cacau an, der mit dem 2:0 (78.) die allgemeine Verkrampfung löste.
Nur zwei Minuten zuvor hatte Stuttgart mächtig Dusel gehabt, dass Jiayi Shao einen Konter der Gäste nur mit einem Lattenkracher abschloss. "Da hatten wir auch das nötige Glück", gestand Babbel, der zunächst auf seinen noch immer angeschlagenen Torjäger Mario Gomez (Adduktoren) verzichtete.
Erst nach 68 Minuten griff der Nationalstürmer ins Geschehen ein und bereitete das erlösende 2:0 vor. "Eigentlich sollte ich ja gar nicht spielen, aber irgendwann war ich so heiß und zum Glück hat der Trainer dann auch so entschieden", so Gomez, der seine Vorfreude auf das Saisonfinale nicht verbergen konnte. "Wir fahren völlig ohne Druck dahin. Wir haben unsere Ziele erreicht. Alles was jetzt kommt ist die Kür."
Wimbledon: Einweihung der Center Court Überdachung
Wenn sich Steffi Graf und ihr nicht minder prominenter Ehemann Andre Agassi als Versuchskaninchen für etwas zur Verfügung stellen, muss es sich schon um ein außergewöhnliches Ereignis handeln. Wie am Sonntag. Dann wagt der altehrwürdige All England Club in Wimbledon den Sprung in die Moderne, den Bruch mit Traditionen unter Beibehaltung seiner ganz besonderen Atmosphäre. Der legendäre Centre Court wird nach seinem Umbau mit neuer Überdachung eingeweiht und die beiden ehemaligen Champions dürfen das erste Match auf heiligem Rasen in der „Halle“ bestreiten.
„Der Centre Court von Wimbledon ist ein einzigartiges Tennisstadion, ich fühle mich unglaublich geehrt, dass ich dort noch einmal mit Andre spielen kann“, sagte die siebenmalige Turniersiegerin Steffi Graf, „es bedeutet mir ungewöhnlich viel, dass ich noch einmal hierher zurückkehren darf.“
Graf wird am Sonntag ab 16.20 Uhr MESZ an der Seite von Agassi zunächst ein Mixed gegen Kim Clijsters und Tim Henman bestreiten, anschließend folgen ein Damen- und ein Herren-Einzel, das Ganze unterbrochen von Live-Musikdarbietungen. Auch Agassi bedeutet die Einladung sehr viel: „Es ist natürlich sehr aufregend, zu den ersten zu gehören, die auf dem neuen Platz spielen dürfen.“ Allerdings bangt der Turniersieger von 1992 noch um seine Teilnahme an dem Event, er leidet unter Problemen am Handgelenk. Als Ersatz stünde Australiens ehemaliger Champion Pat Cash bereit.
„Centre Court Celebration“ auch als Testlauf
Im Februar waren sämtliche 15.000 Tickets für die „Centre Court Celebration“ innerhalb von fünf Minuten ausverkauft. Fünf Wochen vor Beginn des bedeutendsten Tennisturniers der Welt geht es nicht allein um eine festliche Einweihung des Umbaus, sondern auch darum, herauszufinden, wie die Klimaanlage bei geschlossenem Dach die Ausdünstungen von 15.000 Menschen absorbiert und wie der Rasen auf die veränderten Verhältnisse reagiert. Wie rutschig ist er, wie springen die Bälle?
Die Anwohner des Bezirks Merton, in dem Wimbledon liegt, waren frühzeitig in die Pläne eingeweiht, die auch eine Kapazitätserhöhung um 1200 Plätze sowie deutlich verbesserten Komfort in den Logen- und Gastrobereichen sowie den Treppenhäusern vorsahen. Lokalpolitiker erlaubten außerdem, die Spiele bis spät in den Abend hinein unter Flutlicht auszutragen. Regenunterbrechungen und Abbruch wegen Dunkelheit wird es auf dem Centre Court künftig also nicht mehr geben. Aber auch keine Spontankonzerte von Sir Cliff Richard oder Militärkapellen.
Das ist zwar ein Bruch mit einer Tradition, aber Wimbledon hat es im Laufe der Zeit immer geschafft, Neuerungen behutsam einzuführen. Der 1922 eingeweihte Centre Court wurde mehrmals umgebaut, die Anlage an der Church Road veränderte ihr Aussehen über die Jahrzehnte grundlegend. „Wir wollten die Geschichte und Tradition bewahren, aber gleichzeitig außergewöhnliche Verbesserungen für Spieler, Fans und Fernsehzuschauer des 21. Jahrhunderts einführen“, erklärte Klubchef Tim Phillips die aktuellen Maßnahmen.
Das faltbare Dach aus einer lichtdurchlässigen Spezialfolie hat eine Fläche von 5200 Quadratmetern und befindet sich etwa 16 Meter über der Rasenoberfläche. Es ist innerhalb von zehn Minuten zu schließen, ein Match kann nach 30 Minuten fortgesetzt werden, wenn die Raumtemperatur auf 22 bis 26 Grad und die Luftfeuchtigkeit auf 45 bis 55 Prozent eingestellt ist. Über 110 Millionen Euro betrugen die Baukosten, eine Summe, die der All England Club natürlich offiziell nie bestätigen würde.
Focus.de
„Der Centre Court von Wimbledon ist ein einzigartiges Tennisstadion, ich fühle mich unglaublich geehrt, dass ich dort noch einmal mit Andre spielen kann“, sagte die siebenmalige Turniersiegerin Steffi Graf, „es bedeutet mir ungewöhnlich viel, dass ich noch einmal hierher zurückkehren darf.“
Graf wird am Sonntag ab 16.20 Uhr MESZ an der Seite von Agassi zunächst ein Mixed gegen Kim Clijsters und Tim Henman bestreiten, anschließend folgen ein Damen- und ein Herren-Einzel, das Ganze unterbrochen von Live-Musikdarbietungen. Auch Agassi bedeutet die Einladung sehr viel: „Es ist natürlich sehr aufregend, zu den ersten zu gehören, die auf dem neuen Platz spielen dürfen.“ Allerdings bangt der Turniersieger von 1992 noch um seine Teilnahme an dem Event, er leidet unter Problemen am Handgelenk. Als Ersatz stünde Australiens ehemaliger Champion Pat Cash bereit.
„Centre Court Celebration“ auch als Testlauf
Im Februar waren sämtliche 15.000 Tickets für die „Centre Court Celebration“ innerhalb von fünf Minuten ausverkauft. Fünf Wochen vor Beginn des bedeutendsten Tennisturniers der Welt geht es nicht allein um eine festliche Einweihung des Umbaus, sondern auch darum, herauszufinden, wie die Klimaanlage bei geschlossenem Dach die Ausdünstungen von 15.000 Menschen absorbiert und wie der Rasen auf die veränderten Verhältnisse reagiert. Wie rutschig ist er, wie springen die Bälle?
Die Anwohner des Bezirks Merton, in dem Wimbledon liegt, waren frühzeitig in die Pläne eingeweiht, die auch eine Kapazitätserhöhung um 1200 Plätze sowie deutlich verbesserten Komfort in den Logen- und Gastrobereichen sowie den Treppenhäusern vorsahen. Lokalpolitiker erlaubten außerdem, die Spiele bis spät in den Abend hinein unter Flutlicht auszutragen. Regenunterbrechungen und Abbruch wegen Dunkelheit wird es auf dem Centre Court künftig also nicht mehr geben. Aber auch keine Spontankonzerte von Sir Cliff Richard oder Militärkapellen.
Das ist zwar ein Bruch mit einer Tradition, aber Wimbledon hat es im Laufe der Zeit immer geschafft, Neuerungen behutsam einzuführen. Der 1922 eingeweihte Centre Court wurde mehrmals umgebaut, die Anlage an der Church Road veränderte ihr Aussehen über die Jahrzehnte grundlegend. „Wir wollten die Geschichte und Tradition bewahren, aber gleichzeitig außergewöhnliche Verbesserungen für Spieler, Fans und Fernsehzuschauer des 21. Jahrhunderts einführen“, erklärte Klubchef Tim Phillips die aktuellen Maßnahmen.
Das faltbare Dach aus einer lichtdurchlässigen Spezialfolie hat eine Fläche von 5200 Quadratmetern und befindet sich etwa 16 Meter über der Rasenoberfläche. Es ist innerhalb von zehn Minuten zu schließen, ein Match kann nach 30 Minuten fortgesetzt werden, wenn die Raumtemperatur auf 22 bis 26 Grad und die Luftfeuchtigkeit auf 45 bis 55 Prozent eingestellt ist. Über 110 Millionen Euro betrugen die Baukosten, eine Summe, die der All England Club natürlich offiziell nie bestätigen würde.
Focus.de