Ein Stück deutsche Kultur: Der Jugendherbergsgedanke wird 100
Angelika Göbeler lehnt über dem Treppengeländer und hört gespannt zu. Ganz so, als würde sie zum ersten Mal von der imposanten Steinformation hören, die da wenige Kilometer entfernt in der Landschaft liegt. Die fünfjährige Anna erzählt, wie sie auf den Externsteinen herumgeklettert ist. Dass sie sich aber nicht auf die Brücke getraut habe, die zwei Felsen verbindet. Und Angelika Göbeler lauscht, als würde eine ihrer beiden Teenager-Töchter vom jüngsten Klassenausflug erzählen. Die Fünfjährige ist für sie eben wie eine Tochter. Eine Tochter auf Zeit. Und sie ist die Mutter. Die Jugendherbergsmutter. Und genauso wird Angelika Göbeler (41) auch gern angesprochen. Seit fünf Jahren leiten sie und ihr Mann Frank (45) die Jugendherberge in Horn-Bad Meinberg. Sie ist gelernte Köchin, er Elektroinstallateurmeister und mit Jugendherbergen verbunden, seit er seinen Zivildienst abgeleistet hat. Sogar kennengelernt haben sie sich in einer Jugendherberge. Eine perfekte Konstellation, denn natürlich wird erst ein Handwerker hinzugerufen, wenn Frank Göbeler nicht mehr weiterweiß. Und natürlich bringt seine Frau alle Voraussetzungen mit, den Großküchenbetrieb zu schmeißen.
Schließlich hat das Haus 122 Betten. Schulklassen beziehen im Zwei- bis Drei-Tage-Rhythmus die Mehrbettzimmer und werden morgens mit einem Frühstücksbuffet und abends mit dem Abendbrot versorgt.
In den Ferien kommen immer häufiger Familien. Und natürlich die Wanderer, die den Teutoburger Wald zu Fuß entdecken und ganz klassisch Abend für Abend in einer anderen Herberge einkehren. Sie müssen nicht einmal reservieren. So will es die Tradition. Wer zu Fuß kommt, darf nicht abgewiesen werden, erzählen die Göbelers. Ihr Tag beginnt um sieben Uhr in der Frühe. Um 22 Uhr, diktiert die Hausordnung im Speisesaal, ist Nachtruhe angesagt. Und Feierabend für die Herbergseltern, die im Bungalow gleich nebenan wohnen. Abstand? Fehlanzeige. Doch Frank und Angelika Göbeler vermissen die Distanz nicht. Stattdessen, sagen sie, genießen sie Freiheit und Selbstständigkeit.
westfaelische-nachrichten.de
Schließlich hat das Haus 122 Betten. Schulklassen beziehen im Zwei- bis Drei-Tage-Rhythmus die Mehrbettzimmer und werden morgens mit einem Frühstücksbuffet und abends mit dem Abendbrot versorgt.
In den Ferien kommen immer häufiger Familien. Und natürlich die Wanderer, die den Teutoburger Wald zu Fuß entdecken und ganz klassisch Abend für Abend in einer anderen Herberge einkehren. Sie müssen nicht einmal reservieren. So will es die Tradition. Wer zu Fuß kommt, darf nicht abgewiesen werden, erzählen die Göbelers. Ihr Tag beginnt um sieben Uhr in der Frühe. Um 22 Uhr, diktiert die Hausordnung im Speisesaal, ist Nachtruhe angesagt. Und Feierabend für die Herbergseltern, die im Bungalow gleich nebenan wohnen. Abstand? Fehlanzeige. Doch Frank und Angelika Göbeler vermissen die Distanz nicht. Stattdessen, sagen sie, genießen sie Freiheit und Selbstständigkeit.
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Denkmal-Wettbewerb scheitert an Künstlern.
Der Wettbewerb für ein nationales Einheitsdenkmal in Berlin ist gescheitert. Keiner der Entwürfe konnte die Jury überzeugen. Überraschend ist das nicht: Auch bei anderen Denkmalprojekten seit der deutschen Einheit sind die Künstler der Zeitgeschichte nicht gerecht geworden.
Wirklich überraschend kam das Scheitern nicht. Am Dienstagmittag hat die Jury den offenen Gestaltungswettbewerb für ein nationales Einheits- und Freiheitsdenkmal auf der Berliner Schlossfreiheit ergebnislos beendet. Keiner der mehr als 500 eingereichten Entwürfe hatte auch nur annähernd genügend Qualität, um für die geplante zweite Runde in Frage zu kommen. Nun soll ein neuer Wettbewerb für eingeladene Architekturbüros ausgeschrieben werden. Überraschend ist das vorzeitige Aus deshalb nicht, weil sich die Bildenden Künste und vor allem ihre Akteure bei den meisten Denkmalsprojekten seit der deutschen Einheit als unfähig erwiesen haben, der Zeitgeschichte gerecht zu werden.
Mit Grausen erinnert man sich der Entwürfe beim ersten, gleichfalls gescheiterten Wettbewerb für das Holocaust-Mahnmal am Brandenburger Tor. Viel besser war freilich das Ergebnis des zweiten Wettbewerbs auch nicht - und erst durch die vom ersten Kulturstaatsminister Michael Naumann gegen den Willen des Künstlers erzwungene Ergänzung von Peter Eisenmans Stelenfeld um einen unterirdischen Ort der Information machte das Denkmal überhaupt für das Publikum zugänglich.
Als intellektuelles Desaster erweist sich das in einfältiger Weise an Eisenmans Stelen angelehnte Mahnmal für die verfolgten Homosexuellen von Michael Elmgreen und Ingar Dragset vis-à-vis des Holocaustmahnmals.
Skandalös ist auch, was Wolfgang Rüppel aus dem Mahnmal für den 17. Juni 1953 vor dem heutigen Bundesfinanzministerium gemacht hat: Die in den Boden eingelassene, verfremdete Fotografie demonstrierender Ost-Berliner entdecken nur Eingeweihte - während ein denkmalgeschütztes Gemälde im Stil des "sozialistischen Realismus" von Max Linger gegenüber sofort ins Auge fällt.
Völlig missraten und eine schwere Hypothek für jede effektive Erinnerungspolitik ist das unsägliche Mahnmal für die Opfer der Berliner Mauer an der Bernauer Straße von den Stuttgarter Architekten Kohlhoff & Kohlhoff.
Doch weil die entsprechenden Gremien in der Bundeshauptstadt daraus nichts gelernt haben, wird nun auch der Rest der symbolischen Straße von Künstlern mit einer absehbar ästhetisch ungeeigneten Adaption der Mauer aus rostigen Stahlstreben verschandelt.
Trotz allem hat auch der gescheiterte Wettbewerb für das Einheits- und Freiheitsdenkmal etwas Positives: In nennenswert vielen Entwürfen spielten die deutschen Nationalfarben Schwarz-Rot-Gold eine Rolle.
Das empörte zwar manche dezidiert linke Jury-Mitglieder, wie man hört; jedoch zeigt es, dass die Bedeutung der Farben der bürgerlichen Revolution von 1848 langsam auch abseits der Fußball-Events akzeptiert werden.
Welt online
Wirklich überraschend kam das Scheitern nicht. Am Dienstagmittag hat die Jury den offenen Gestaltungswettbewerb für ein nationales Einheits- und Freiheitsdenkmal auf der Berliner Schlossfreiheit ergebnislos beendet. Keiner der mehr als 500 eingereichten Entwürfe hatte auch nur annähernd genügend Qualität, um für die geplante zweite Runde in Frage zu kommen. Nun soll ein neuer Wettbewerb für eingeladene Architekturbüros ausgeschrieben werden. Überraschend ist das vorzeitige Aus deshalb nicht, weil sich die Bildenden Künste und vor allem ihre Akteure bei den meisten Denkmalsprojekten seit der deutschen Einheit als unfähig erwiesen haben, der Zeitgeschichte gerecht zu werden.
Mit Grausen erinnert man sich der Entwürfe beim ersten, gleichfalls gescheiterten Wettbewerb für das Holocaust-Mahnmal am Brandenburger Tor. Viel besser war freilich das Ergebnis des zweiten Wettbewerbs auch nicht - und erst durch die vom ersten Kulturstaatsminister Michael Naumann gegen den Willen des Künstlers erzwungene Ergänzung von Peter Eisenmans Stelenfeld um einen unterirdischen Ort der Information machte das Denkmal überhaupt für das Publikum zugänglich.
Als intellektuelles Desaster erweist sich das in einfältiger Weise an Eisenmans Stelen angelehnte Mahnmal für die verfolgten Homosexuellen von Michael Elmgreen und Ingar Dragset vis-à-vis des Holocaustmahnmals.
Skandalös ist auch, was Wolfgang Rüppel aus dem Mahnmal für den 17. Juni 1953 vor dem heutigen Bundesfinanzministerium gemacht hat: Die in den Boden eingelassene, verfremdete Fotografie demonstrierender Ost-Berliner entdecken nur Eingeweihte - während ein denkmalgeschütztes Gemälde im Stil des "sozialistischen Realismus" von Max Linger gegenüber sofort ins Auge fällt.
Völlig missraten und eine schwere Hypothek für jede effektive Erinnerungspolitik ist das unsägliche Mahnmal für die Opfer der Berliner Mauer an der Bernauer Straße von den Stuttgarter Architekten Kohlhoff & Kohlhoff.
Doch weil die entsprechenden Gremien in der Bundeshauptstadt daraus nichts gelernt haben, wird nun auch der Rest der symbolischen Straße von Künstlern mit einer absehbar ästhetisch ungeeigneten Adaption der Mauer aus rostigen Stahlstreben verschandelt.
Trotz allem hat auch der gescheiterte Wettbewerb für das Einheits- und Freiheitsdenkmal etwas Positives: In nennenswert vielen Entwürfen spielten die deutschen Nationalfarben Schwarz-Rot-Gold eine Rolle.
Das empörte zwar manche dezidiert linke Jury-Mitglieder, wie man hört; jedoch zeigt es, dass die Bedeutung der Farben der bürgerlichen Revolution von 1848 langsam auch abseits der Fußball-Events akzeptiert werden.
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