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Aktivisten berichten von erneut dutzenden Toten in Homs

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Die syrische Armee ist Menschenrechtsgruppen zufolge auch am fünften Tag in Folge mit massiver Gewalt gegen die Protesthochburg Homs vorgegangen. Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurden am Mittwoch beim Beschuss der Stadt mindestens 50 Menschen getötet. Unter den Opfern seien auch drei Familien, die in der Nacht von Milizen von Staatschef Baschar al-Assad ermordet worden seien. Die EU erarbeitet derzeit Notfallpläne, um bei einer Verschlimmerung der Lage in Syrien EU-Bürger außer Landes zu bringen. Homs werde mit schweren Waffen beschossen, erklärte die in London ansässige Beobachtungsstelle. Die Zahl der Todesopfer werde noch steigen, da viele Leichen unter den Trümmern zerstörter Häuser lägen.

Ein Aktivist in der Stadt sagte der Nachrichtenagentur AFP am Telefon, seit dem Morgengrauen sei der Beschuss "sehr intensiv". Geschossen werde unter anderem mit Raketen und Mörsergranaten. Damit bereite die Armee offenbar eine Bodenoffensive vor. "Die humanitäre Situation ist grässlich und es mangelt an Essen." Ein anderer Aktivist sagte, Panzer seien von Damaskus aus auf den Weg nach Homs. "Wir fürchten ein neues Massaker."

Das Staatsfernsehen berichtete, "bewaffnete Terrorbanden" hätten mit Granaten die Raffinerie von Homs beschossen. Zwei Treibstofftanks seien dabei in Brand gesetzt worden. Die syrischen Truppen gehen seit der Nacht zum Samstag mit massiver Gewalt gegen die Protestbewegung in Homs vor. Nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten wurden alleine in jener Nacht mindestens 230 Menschen getötet. Seit Beginn der Niederschlagung der Proteste Mitte März starben Menschenrechtsgruppen zufolge mehr als 6000 Menschen.

UN-Menschenrechtskommissarin Navi Pillay zeigte sich in einer Erklärung "entsetzt" über die "wahllosen Angriffe auf zivile Gegenden" in Homs. Das Scheitern einer Resolution des UN-Sicherheitsrates zur Gewalt in Syrien am Wochenende habe offenbar "die Bereitschaft der syrischen Regierung angeheizt, die eigene Bevölkerung zu massakrieren, um die Protestbewegung niederzuschlagen".

Russland und China hatten am Wochenende mit ihrem Veto im UN-Sicherheitsrat eine Syrien-Resolution verhindert. Nach einem Besuch in Damaskus sagte Russlands Außenminister Sergej Lawrow am Dienstag, Assad habe ihm zugesichert, die Gewalt zu beenden. Der britische Regierungschef David Cameron sagte heute aber, er habe nur "begrenztes Vertrauen" in die Ergebnisse dieses Treffens.

Lawrow selbst antwortete auf die Frage eines Journalisten, ob er Assad bei dem Treffen zum Rücktritt aufgefordert habe, ausweichend: Die Syrer allein müssten über das Schicksal ihres Präsidenten entscheiden. Zugleich kritisierte er die Entscheidung mehrerer Staaten, ihre Botschafter aus Damaskus abzuziehen, als "unlogisch". Auch Regierungschef Wladimir Putin sagte laut der Nachrichtenagentur Interfax, die Syrer müssten selbst entscheiden. "Natürlich müssen wir die Gewalt von allen Seiten verurteilen, wir dürfen uns aber nicht aufführen wie ein Elefant im Porzellanladen."

Nach Angaben eines EU-Diplomaten werden derzeit die EU-Vertretungen in Jordanien und im Libanon verstärkt, um sich im Ernstfall um "einige tausend" in Syrien lebende Europäer zu kümmern. Die Türkei plant nach Worten von Außenminister Ahmet Davutoglu in Kürze eine internationale Konferenz zum Konflikt in Syrien.

AFP



Europa verliert die Geduld mit Griechenland

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Brüssel (AFP) - Europa verliert in der griechischen Schuldenkrise zunehmend das Vertrauen in die Regierung in Athen. "Die Zeit läuft ab", sagte der niederländische Finanzminister Jan Kees de Jager in Brüssel nach Beratungen über das hochverschuldete Land. Bevor die Eurozone das nächste Notprogramm für Griechenland beschließt, muss die Regierung in Athen weitere Spar- und Reformmaßnahmen einleiten. "Es ist deutlich, dass das griechische Programm aus der Spur geraten ist", sagte Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker. "Man hat zwar Beschlüsse gefasst in Griechenland, aber die Ausgaben sind nicht wirklich gesunken", kritisierte Österreichs Finanzministerin Maria Fekter.
Die Österreicherin misstraut offenbar dem Sparwillen der griechischen Parteien und fordert erneut eine schriftliche Zusage, dass sie ein neues Hilfsprogramm unterstützen: "Nur wenn diese schriftliche Vereinbarung vorliegt, dann kann es eine weitere Hilfe geben. Es muss die politische Ebene in Griechenland wissen, dass wir erwarten, dass sie mehr tut."

Griechenland hat zwar mit Euroländern und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) harte Sparmaßnahmen und weitreichende Reformvorhaben vereinbart, kommt im Kampf gegen seinen Schuldenberg von rund 350 Milliarden Euro aber nicht voran. Die sich immer weiter verschlechternde Wirtschaftslage, uneingehaltene Sparzusagen und die stockenden Verhandlungen über einen Schuldenschnitt mit seinen privaten Gläubigern bringen das Land immer weiter an den Abgrund einer Staatspleite.

"Griechenland und die Banken müssen mehr tun, um einen nachhaltigen Schuldenstand zu erreichen", forderte de Jager. Dies sei "die absolute Vorbedingung für weitere Hilfen". Banken, Versicherer und Hedgefonds sollen freiwillig auf rund 100 Milliarden Euro verzichten, um Griechenlands Schuldenlast zu verringern. Erst dann wollen auch IWF und Euro-Länder ein zweites Hilfsprogramm über 130 Milliarden Euro auflegen. Ohne weitere Hilfen droht Griechenland im März der ungeordnete Bankrott - und der Eurozone somit eine gefährliche Erschütterung.

AFP



Analyse: Hollands Multikulti-Traum platzte viel früher

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Multikulti gilt in Holland schon seit Jahren als gescheitert. Die Integrationsdebatte ihrer deutschen Nachbarn verfolgen Niederländer daher mit einer Mischung aus Interesse, Belustigung und Nachsicht - Tenor: «Willkommen im Club, Deutschland». Es ist eher selten, dass Angela Merkel Titelseiten niederländischer Zeitungen erreicht. Doch mit ihrer Feststellung «Der Ansatz für Multikulti ist absolut gescheitert!» hat die Bundeskanzlerin auch bei den westlichen Nachbarn für Schlagzeilen gesorgt. Beachtenswert finden Holländer vor allem, dass nun auch die aus ihrer Sicht politisch manchmal etwas zurückgebliebenen Deutschen aufgewacht sind. «Willkommen, Deutschland, in der europäischen Migrationsdebatte», überschrieb die christlich-liberale Tageszeitung «Trouw» am Montag ihren Kommentar.

Hollands Traum von einer Multikulti-Gesellschaft voller Harmonie und Freude ist schon vor sechs Jahren endgültig geplatzt, an einem grauen Herbstmorgen in Amsterdam. Auf offener Straße schoss ein Attentäter am 2. November 2004 den islamkritischen Regisseur Theo van Gogh nieder. Vor den Augen entsetzter Passanten schnitt er seinem Opfer die Kehle durch.

Den 26-jährigen Mörder hatte nicht Al-Kaida geschickt. Mohammed Bouyeri war als Sohn marokkanischer Einwanderer in Amsterdam geboren worden, sprach gut Niederländisch und galt als gut integriert. Dass aus so einem jungen Mann ein religiöser Fanatiker werden konnte, sahen viele als Beleg für das Versagen einer nachsichtigen Integrationspolitik, bei der Fördern vor Fordern ging.

Trotz Debatten hatten die Niederlande ihre Einwanderungspolitik auch nach dem Mord an Theo van Gogh nur ein wenig reformiert, aber nicht grundlegend geändert. Zuwanderer wurden zwar verpflichtet, an Schulungen teilzunehmen und in Prüfungen ihr Engagement für die neue Heimat unter Beweis zu stellen. Doch das hat weder die Zahl jener «holländischen» Muslime verringert, die westliche Werte ablehnen, noch ging der relativ hohe Anteil nichtwestlicher Migranten unter den Straftätern zurück. Und die Zuwanderung ging weiter.

Der erste Warnschuss für das politische Establishment kam 2006: Geert Wilders gewann mit seiner neuen Partei für die Freiheit (PVV) 9 der 150 Parlamentssitze. Anfangs nahmen weder Sozialdemokraten noch Christdemokraten oder Liberale den Mann ernst. Mit seinen Attacken auf den Islam als «faschistische Ideologie des Terrorismus» mache er sich nur lächerlich, wimmelten Alt-Politiker ab. Vier Jahre danach holte Wilders' Freiheitspartei bei den Wahlen im Juni 24 Parlamentsmandate und wurde drittstärkste politische Kraft.

Wer glaubte, Holland werde ewig ein Hort von Toleranz und Multikulti sein, hatte die Rechnung ohne Henk und Ingrid gemacht, Hollands eingeborene Durchschnittsbürger. «Für Henk und Ingrid», sagt Wilders, «mache ich Politik, nicht für Ahmed und Fatima.»

Heute geht ohne ihn in Den Haag nichts mehr. Rechtsliberale und Christdemokraten formten eine Minderheitsregierung, die nur von seinen Gnaden überleben kann: Er verschafft ihr die Mehrheit im Parlament. Dafür hat er vertraglich Vorgaben für die künftige Integrationspolitik festschreiben lassen: Die Einwanderung aus islamischen und anderen nichtwestlichen Ländern soll in den nächsten Jahren um 50 Prozent gedrosselt werden.

Ein Burka-Verbot gehört dazu und auch, dass Migranten die obligatorischen Sprach- und Einbürgerungskurse künftig selbst bezahlen müssen. Zugleich sollen hunderte zusätzliche Polizisten «Problemjugendliche» - Wilders nennt sie «marokkanische Straßenterroristen» - im Zaum halten. Damit Maßnahmen zur Einwanderungsbegrenzung gut koordiniert werden, gibt es nun eigens einen Minister für Migration und Asyl.

Längst träumt Wilders über den Rand des Oranje-Reichs hinaus. Unter der Losung «Stoppt den Islam, verteidigt die Freiheit!» wirbt er für eine internationale «Freedom Alliance» - kürzlich auch bei einem Auftritt in Berlin. Seinen Nachbarn schrieb er dabei ins Stamm(tisch)buch: «Ein Deutschland voller Moscheen, voller verschleierter Frauen ist nicht mehr das Deutschland Goethes, Schillers, Heines, Bachs und Mendelssohns!»

dpa


Ein Jahr “Jalla Club” in der Fabrik – presents “Amsterdam Klezmer Band”

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Was vor sieben Jahren in München begann und dort zwei Mal monatlich begeisterte Clubgänger anzieht, hat sich auch in der Hamburger Fabrik als feste szene-, kultur- und generationsübergreifende Clubnacht etabliert. Am 31.10., ab 20:00 Uhr veranstalten die beiden DJs das einjährige Jubiläum und haben zur Feier des Tages ihre Freunde von der Amsterdam Klezmer Band eingeladen.

“Die Amsterdam Klezmer Band wurde nicht für ‘Klezmer-Puristen’ geschaffen, schon alleine weil Klezmer nie als Musik angelegt war, die poliert und perfektioniert in Konzerthallen aufgeführt werden sollte. Mit ihrer rauen wie fröhlichen Herangehensweise hat die Band die Klezmer-Musik aus den Konservatorien wieder auf die Straße zurückgeholt“, bringt es die große niederländische Tageszeitung NRC auf den Punkt. Gerade in den letzten Jahren haben sie sich in der ganzen Welt eine treue Anhängerschaft erspielt und standen ebenso auf den Brettern des Tempels der klassischen Musik Concertgebouw (Amsterdam) oder angesehener Festivals wie North Sea Jazz, Ashkenaz, Sziget and Lowlands.


Ajax Amsterdam mit 22 Millionen Euro Verlust

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Der niederländische Rekordmeister Ajax Amsterdam hat im Geschäftsjahr 2009/2010 einen Verlust von 22,8 Millionen Euro erwirtschaftet. Ein Jahr zuvor verbuchte Ajax ein Minus von 3,4 Millionen Euro. Der Traditionsklub ist der einzige an der Börse in Amsterdam notierte niederländische Fußballverein. Die Aktionäre erhalten keine Dividende. Durch die Teilnahme an der diesjährigen Champions League hofft der Klub, seine Einnahmen erheblich zu steigern. Die Direktion erwartet aus dem Start in der "Königsklasse" Extra-Einnahmen in Höhe von zehn Millionen Euro.

14-Jährige startet zu Solo-Weltumseglung

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Die 14-jährige Holländerin Laura Dekker ist bei ihrem Rekordversuch zur Solo-Umseglung der Welt als bislang jüngster Mensch am Samstag von Gibraltar aus gestartet. Dekker will den Rekord der 17-jährigen australischen Seglerin Jessica Watson brechen.

Ihr Manager Peter Klarenbeek korrigierte eigene Angaben, wonach der offizielle Start des umstrittenen Welttörns in einem portugiesischen Hafen erfolgt sei. Das Mädchen habe dem Großaufgebot von Medien in Portugal entkommen wollen und sei daher in das britische Überseegebiet Gibraltar an der Südspitze der Iberischen Halbinsel ausgewichen.

In niederländischen Medien wurde am Sonntag zudem berichtet, portugiesischen Hafenbehörden hätten der Seglerin Schwierigkeiten gemacht. Sie hätten nicht zulassen wollen, dass eine Minderjährige allein von der Küste Portugals aus auf das offene Meer segelt. Nach Angaben ihres Managers ist Laura inzwischen in bester Laune unterwegs zu den Kanarischen Inseln. Sie werde dort in etwa zehn Tagen ankommen und nach einer Pause die Atlantik-Überquerung mit Kurs auf die Karibik-Insel Barbados beginnen.

Die Australierin Jessica Watson hatte ihre Solo-Weltumsegelung am 15. Mai 2010 - drei Tage vor ihrem 17. Geburtstag - beendet. Die auf dem Schiff ihrer Eltern in Neuseeland geborene 14-Jährige Laura will in rund zwei Jahren von ihrem Welttörn zurückkehren - mehrere Wochen vor ihrem 17. Geburtstag am 20. September 2012.

Zehntausende deutsche Autofahrer möglicherweise ohne Versicherungsschutz

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     Die niederländische Regulierungsbehörde für Finanzdienstleistungen hat den Versicherer International Insurance Corporation (IIC) mit Wirkung zum 1. Juli wegen unzureichender Liquidität unter Zwangsverwaltung gestellt. Unmittelbar davon betroffen sind auch rund 50 000 deutsche Kunden, die bei dieser Gesellschaft unter den Marken Ineas und LadyCarOnline im Internet vertriebene Kfz-Policen abgeschlossen haben. Haftpflicht- und Kaskoschäden müssen sie zwar weiter über das Online-Portal www.ineas.de melden, auf vollständige Regulierung können sie jedoch nicht hoffen. Weil alle Gläubiger der IIC gleich behandelt werden müssen, steht nicht fest, ob und in welchem Umfang im Schadenfall tatsächlich Geld aus einer bestehenden Voll- oder Teilkaskopolice ausgezahlt wird. De facto könnte dies bedeuten, dass die Kunden zurzeit völlig ohne Kaskoschutz dastehen. Zudem müssen sie nach der Notregelung Werkstattreparaturen aus der eigenen Tasche vorfinanzieren und anschließend IIC mit ungewissem Aufgang in Rechnung stellen.

Bei selbst verursachten Verkehrsunfällen droht Besitzern von Ineas- und LadyCarOnline-Policen ebenfalls Ungemach. Reichen die dem IIC-Zwangsverwalter zur Verfügung stehenden Mittel nicht aus, springt zwar für Haftpflichtansprüche Dritter automatisch der 1963 gegründete Verein Verkehrsopferhilfe als Notfallfonds der deutschen Autoversicherer ein. Allerdings kann dieser bis zu 2500 Euro direkt vom Schadenverursacher zurückfordern. Dies läuft auf eine Selbstbeteiligung hinaus.

Dabei war der Versicherer in Deutschland mit besonders günstigen Beiträgen angetreten. Noch im vergangenen Jahr warb vor allem LadyCarOnline mit absoluten Dumpingpreisen und schnitt in Vergleichen um teilweise 20 Prozent besser ab als andere Direktversicherer. Der scharfe Preisdruck auch am deutschen Kfz-Versicherungsmarkt sowie hausgemachte Liquiditätsprobleme dürften nun zur Schieflage bei der Muttergesellschaft in Amsterdam geführt haben.

Wie die WELT aus Branchenkreisen erfuhr, soll die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen (BaFin) schon im Frühjahr über die Schieflage der IIC informiert gewesen sein. Mit Hinweis auf die Verschwiegenheitspflicht wollte BaFin-Sprecherin Kathi Schulten hierzu keine Stellung beziehen. Sie erklärte jedoch, dass ihrer Behörde in solchen Fällen die Hände gebunden seien: "Die BaFin ist keine Verbraucherschutzbehörde im eigentlichen Sinn. Wir achten bei Versicherern aus Europa im Rahmen einer Doppel-Zuständigkeit darauf, dass sie im Dienstleistungsverkehr die rechtlichen Normen einhalten." Die Finanzaufsicht falle ausschließlich in die Zuständigkeit des Heimatlandes eines Versicherers.

Anzeige sas_noad=false; sas_pageid='10034/(archiv_story)'; sas_formatid=''; SmartAdServer(sas_pageid,sas_formatid,sas_target); setSmartAdContent("contentbar01"); Der Bund der Versicherten hat jedenfalls für alle IIC-Kunden einen Entwurf für eine fristlose Kündigung unter Verweis auf das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) und das Versicherungsvertragsgesetz auf seine Internetseite gestellt. Denn laut Paragraf 314 liegt bei einem Dauerschuldverhältnis ein sofortiger Kündigungsgrund vor, "wenn dem kündigenden Teil unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalls und unter Abwägung der beiderseitigen Interessen die Fortsetzung des Vertragsverhältnisses bis zur vereinbarten Beendigung oder bis zum Ablauf einer Kündigungsfrist nicht zugemutet werden kann".

Ob ein solcher Grund vorliegt, müssten jedoch notfalls Gerichte entscheiden. Möglicherweise könnte dort auch nur für den Kaskoschutz ein Sonderkündigungsrecht stattgegeben werden. Gesondert kann man diesen jedoch nicht bei einem anderen Unternehmen versichern.

Denn IIC besteht auf Fortzahlung der Prämien. Man sei auf der Suche nach einem Versicherer, der die Ineas- und LadyCar-Online-Policen übernehme. Damit signalisiert das Unternehmen nicht nur ein eigenes Interesse. Sollte sich ein Wettbewerber gewinnen lassen, träte dieser vielmehr auch automatisch in die Regulierung zwischenzeitlicher Schäden ein.

Laut Marktbeobachtern dürften sich die Holländer bei ihrer Brautschau jedoch eher schwer tun. Stattdessen ist HUK-Coburg in die Offensive gegangen und bietet Ineas- und LadyCarOnline-Kunden auf Antrag hin, aber natürlich zu einem gesonderten Beitrag, sofortigen Versicherungsschutz.

Welt.de

Erneut zwei Fernzüge mit Hitzeproblemen

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     Bei der Deutschen Bahn sind erneut Hitzeprobleme bei zwei Fernzügen aufgetreten. Auf der Strecke Berlin-Amsterdam wurde ein IC wegen einer defekten Klimaanlage gestoppt, die Fahrgäste auf andere Züge verteilt. Außerdem wurde ein ICE zwischen München und Lübeck geräumt. Man sei zur Zeit sehr vorsichtig, hieß es bei der Bahn. Nach Angaben des Unternehmens gab es seit Samstag Klimaanlagen- Probleme bei rund 40 Zügen. Am Wochenende hatten mehrere Schüler in einem brütend heißen ICE einen Hitzekollaps erlitten. Gegen den Zugchef wird ermittelt.

dpa

Amsterdam erwägt Schutz für Juden durch "Lockvögel"

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Wegen einer deutlichen Zunahme antisemitischer Angriffe erwägen die Behörden in Amsterdam den Einsatz von "Lockvögeln". Als orthodoxe Juden verkleidete Undercover-Polizisten sollen Tatverdächtige bei Pöbeleien und gewalttätigen Angriffen sofort festnehmen und damit für Abschreckung sorgen.

"Wir prüfen ernsthaft, wie uns unorthodoxe Maßnahmen wie der Einsatz sogenannter Lockjuden helfen können, Diskriminierung und Gewalt gegen Juden zu unterbinden", sagte der Sprecher des Amsterdamer Bürgermeisters Lodewijk Asscher heute der Nachrichtenagentur dpa.

Amsterdam lädt zum größten Windjammertreffen der Welt

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Der IJ-Hafen von Amsterdam bildet vom 19. bis 23. August die Kulisse für das größte Windjammertreffen der Welt. Alle fünf Jahre fahren hunderte Schiffe in den IJ-Hafen von Amsterdam ein. Bei der beeindruckenden maritimen Großveranstaltung sind außerdem Segelschiffe, Marineschiffe sowie historische Dampf- und Motorschlepper zu bewundern.

Zunächst führt vom 11. bis 17. August die „North Sea Tall Ship Reggatta“ von Hartlepool in England bis nach IJmuiden in den Niederlanden. Rund 80 Schiffe werden dann dort im Hafen erwartet. Die Teilnahme ist nicht nur den Schiffen mit einer Mindestlänge von 40 Metern vorbehalten, in diesem Zug entdecken Besucher auch kleine Segeljachten. Ab einer Bootslänge von 9,14 Metern können sich Kapitäne mit ihren Wasserfahrzeugen für die „North Sea Tall Ship Reggatta“ anmelden. Eine Bedingung gibt es: mindestens die Hälfte der Crew an Bord muss im Alter von 15 bis 25 Jahren sein. Die Tall Ship-Teilnehmer fahren am 19. August zusammen mit hunderten von Schiffen in einer spektakulären Parade von IJmuiden über den Nordseekanal nach Amsterdam. Am 23. August treten alle Wasserfahrzeuge gemeinsam in der SAIL-OUT Parade den Heimweg an.

Das lebendige und gratis zugängliche Programm setzt sich aus Musik, Kultur, und maritimer Geschichte zusammen. Täglich wechselnde Veranstaltungen von kulturell bis sportlich sorgen für eine abwechslungsreiche SAIL 2010, die übrigens auch besonders behindertenfreundlich ausgerichtet ist. www.sail2010.nl (NL/E); www.niederlande.de. (Niederländisches Büro für Tourismus und Convention)

Europa lockert das Flugverbot

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Der Himmel über Italien und der Schweiz ist bereits wieder offen, erste Maschinen in Frankreich und Deutschland heben ab: In Europa steigt die Hoffnung, dass bald eine Rückkehr zum Normalbetrieb möglich ist - auch dank einer schnell beschlossenen Regelung der EU.

Hamburg - Noch sind die Vorhersagen der Behörden wechselhaft und nicht eindeutig - doch die Lage im europäischen Luftraum hat sich am Dienstagmorgen im Vergleich zu den Vortagen erheblich verbessert. Neue Regeln erlauben einen flexibleren Umgang mit den Flugverboten. Auf diese Vorgaben hatten sich die 27 EU-Staaten am Montagabend geeinigt. 

Demnach wird der Luftraum nur noch dort gesperrt, wo eine bestimmte Konzentration der Aschewolke überschritten ist. Grundlage dafür sind Satellitenbilder. Zudem gibt es eine Drei-Zonen-Regel: In Gebiet eins gilt ein absolutes Flugverbot, im zweiten können die Mitgliedstaaten entscheiden, ob sie Flugzeugen das Abheben erlauben, und im dritten Bereich ohne Aschegefahr ist das Fliegen unbegrenzt erlaubt.

Von der Regelung ausgenommen sind Flüge mit Sonderbefugnissen und solche, bei denen die Piloten auf Sicht fliegen (siehe Kasten links). Deswegen waren in Deutschland am Dienstag bereits erste Maschinen trotz des Flugverbotes unterwegs.

Nach Angaben der Flugsicherheitsagentur Eurocontrol ist der Luftraum über 75 Prozent des europäischen Festlandes wieder geöffnet. In der Folge würden am Dienstag 55 bis 60 Prozent der Flüge wieder genehmigt. Bis 10 Uhr seien schon 10.000 von 27.500 planmäßigen Flügen angesetzt oder bereits in der Luft. "Schritt für Schritt wird der normale Flugbetrieb wieder aufgenommen", sagte ein Sprecher. Demnach würde selbst ein weiterer Vulkanausbruch derzeit nicht die verheerenden Folgen wie in den vergangenen fünf Tagen haben - denn die Wetterbedingungen seien nicht so schlecht wie in der Vorwoche.

Sperre in der Schweiz aufgehoben

In der Schweiz hob das Bundesamt für Zivilluftfahrt die Luftraumsperre auf. "Die Aschewolke liegt zwar vorerst immer noch über der Schweiz, ihre Konzentration hat jedoch beträchtlich abgenommen", hieß es in einer Mitteilung von Montagabend. Testflüge und Messergebnisse hätten gezeigt, dass der Flugverkehr wieder aufgenommen werden könne. Auch in Italien konnten wieder zahlreiche Flüge starten.

Spiegel.de

ökoaktie

Festungsgürtel von Amsterdam in den Niederlanden

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»De Stelling«, ein Verteidigungsgürtel um Amsterdam, dokumentiert die Perfektion der niederländischen Festungsarchitektur mit ihren ausgeklügelten Flutungssystemen und 45 Forts. 
Mit dem Bau des 135 Kilometer langen Verteidigungsgürtels begann man im Jahr 1883. Neben Feuerstellungen und Kasematten umfasst das Verteidigungssystem auch Schleusen, mit denen die Holländer die Wasserzufuhr regulieren und das Umland von Amsterdam fluten konnten. Auf raffinierte Weise wurde damit Wasserhydraulik zu Verteidigungszwecken funktionalisiert. Dabei durften die Landflächen nur so weit unter Wasser gesetzt werden, dass Soldaten nicht mehr zu Fuß hindurchwaten, aber auch keine Schiffe passieren konnten, also lediglich einen halben bis einen Meter tief. Erst 1920 wurden die Bauarbeiten abgeschlossen. Mit dem Aufkommen der Luftwaffe verlor das System seinen Sinn. Die Festungsmauer verbindet 45 Forts miteinander. Einer der bekanntesten Teile des Verteidigungsgürtels ist die Fortinsel Pampus. Sie liegt innerhalb der Stadtgrenzen Muidens. Pampus war einst ein mächtiges Fort, das die Mündung des Flusses Ij gegen Feinde schützen sollte.

Die Welt

VALORA EFFEKTEN HANDEL AG

Neuer Zwischenfall auf Flug von Amsterdam nach Detroit

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    Zwei Tage nach dem vereitelten Terroranschlag auf einem Flug der Delta Northwest Airlines zwischen Amsterdam und Detroit hat sich auf derselben Strecke neuerlich ein Zwischenfall ereignet. Diesmal entpuppte sich der Vorfall aber nach kurzer Zeit als harmlos. Ein nigerianischer Passagier hatte sich eine Stunde lang auf der Bordtoilette eingesperrt und damit die Besatzung misstrauisch gemacht. Der Pilot bat über Funk um Notfallhilfe nach der Landung.

Der Passagier wurde nach der Landung wegen auffälligen Verhaltens vorübergehend in Sicherheitsgewahrsam genommen und verhört. Die Überprüfung ergab, dass der Mann keine Gefahr für die Maschine der Northwest Airlines mit über 250 Passagieren an Bord dargestellt hat, wie ein Sprecherin der US-Bundespolizei FBI erklärte. Es handle sich um einen Geschäftsmann, dem während des Fluges schlecht geworden sei, verlautete aus Justizkreisen. Die Besatzung habe wohl übervorsichtig reagiert.

US-Präsident Barack Obama wurde über den Vorfall unterrichtet. Aus Polizeikreisen verlautete weiter, auch andere, in Detroit angekommene Flugzeuge hätten geringfügige Zwischenfälle gemeldet.

Die Presse

Korea und Amsterdam als WM-Orte gewahlt

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Am Montag, 31.08.2009, ist im polnischen Poznań die Entscheidung über die Ruderweltmeisterschaften in den Jahren 2013 und 2014 gefallen. Die koreanische Stadt Chungju wird 2013 Ausrichter sein, ein Jahr später Amsterdam. Zu den Kandidaten, die sich um diese Titelkämpfe beworben hatten, zählte auch Deutschland mit dem Austragungsort Brandenburg an der Havel und der Regattastrecke auf dem Beetzsee. Beim Kongress des Ruderweltverbandes FISA erhielt Chungju 67 von 138 möglichen Stimmen. Damit entfielen lediglich knapp 49 % der Stimmen auf den im Vorfeld vom FISA-Council empfohlenen WM-Ausrichter für 2013. Brandenburg an der Havel bekam in diesem Wahlgang 42 Stimmen. Außerdem gab es 29 Stimmenthaltungen. 

Hinsichtlich der Titelkämpfe im Jahr 2014 orientierten sich die anwesenden Vertreter der Nationalverbände deutlich stärker an der Empfehlung der FISA-Spitze. Amsterdam erhielt den Zuschlag bei nur wenigen Stimmenthaltungen, auch weil Deutschland kurz vorher aus sportlich-fairen Gründen seine Bewerbung für 2014 zurückgezogen hatte. Schließlich war es für Amsterdam bereits der fünfte Versuch, eine WM ins eigene Land zu holen. Die hohe Anzahl an Stimmen, die im ersten Wahlgang - trotz der pro koreanischen FISA-Empfehlung - für Brandenburg an der Havel abgegeben wurden, hat den Deutschen Ruderverband dazu bewogen, sich noch während des Kongresses in Poznań bei der FISA offiziell für die WM im Jahr 2015 zu bewerben.

Oberbürgermeisterin Dr. Dietlind Tiemann, die gemeinsam mit Landesruderverbandspräsident Hartmut Duif und weiteren Mitgliedern des Brandenburger Teams „VISION 2013“ nach Polen gereist war, um bei den Weltmeisterschaften noch einmal für Brandenburg an der Havel zu werben und bei der Abstimmung live dabei zu sein, sagte nach Ende des FISA-Kongresses in Poznań: „Als faire Sportler gratulieren wir natürlich zu aller erst unseren Mitbewerbern aus Korea und Amsterdam. Auch wenn wir es beim ersten Anlauf noch nicht geschafft haben, eine ‚große’ WM nach Brandenburg an der Havel zu holen, werden wir dieses Ziel weiter intensiv verfolgen. In den letzten Monaten konnten wir viele Erfahrungen sammeln und haben in der internationalen Ruderfamilie eine Reihe neuer wichtiger Freunde gewonnen. Sie haben uns darin bestärkten, den eingeschlagenen Weg konsequent fortzusetzen. Viele Vertreter aus den verschiedenen Nationalverbänden erinnern sich noch gern an die erfolgreichen Junioren- und U 23 Weltmeisterschaften in Brandenburg an der Havel und wissen, dass es bei uns erfahrene Organisatoren gibt, die auch in der Lage sind, die nächstgrößere Herausforderung zu bewältigen. Vor allem auch das große Interesse an den vorhandenen und ausfinanzierten Plänen zum WM-taugliche Ausbau unserer wunderschönen Naturregattastrecke hat gezeigt, dass wir gute Chancen haben, 2015 die besten Ruderer der Welt auf dem Beetzsee begrüßen zu können.“

Auch Hartmut Duif, Präsident des Landesruderverbandes Brandenburg e. V., sah in der FISA-Entscheidung keine Niederlage, sondern richtete den Blick bereits nach vorn. „Ein Sieg im ersten Anlauf wäre eine Sensation gewesen, über die wir uns natürlich außerordentlich gefreut hätten. Doch realistisch betrachtet geht das Ergebnis völlig in Ordnung. Mit der Entscheidung für Chungju hat der Weltverband ein Signal für die Entwicklung des Rudersports in Asien gesetzt und für unsere Sportfreunde in Amsterdam war es bereits der fünfte Anlauf - sie haben die WM wirklich verdient. Was mich in den vergangenen Wochen und Monaten besonders gefreut hat, ist das positive Feedback und die deutlich spürbare Anerkennung für unsere bisherigen Leistungen. So, wie viele Athleten des Deutschen Ruderverbandes hier bei den Welttitelkämpfen in Poznań dank harten Trainings erfolgreich an die Weltspitze zurückgekehrt sind, so werden auch wir zielstrebig daran arbeiten, die Voraussetzungen für eine Bewerbung um die Austragung einer WM auf dem Brandenburger Beetzsee weiter zu vervollkommnen. Früher oder später führt kein Weg mehr an uns vorbei.“


Tiemann und Duif dankten allen Freunden und Unterstützern des Rudersports, die das Bewerbungsverfahren begleitet haben. Insbesondere das Land Brandenburg habe sich als verlässlicher Partner erwiesen, der die große Bedeutung der Brandenburger Regattastrecke als internationale anerkannte Wettkampfstätte frühzeitig erkannt habe. „Wir möchten alle dazu einladen, mit uns gemeinsam die Vision von einer Ruder-WM in Brandenburg an der Havel weiter zu entwickeln. 2015 wäre dafür ein idealer Zeitpunkt, wenn unsere Stadt und die Havelregion auch Gastgeber der Bundesgartenschau sind.“ warf die Oberbürgermeisterin den Blick bereits in die Zukunft.

Die vor vier Jahrzehnten auf dem Brandenburger Beetzsee errichtete Naturregattastrecke wurde Mitte der 1990-er Jahre umfangreich saniert und im Hinblick auf die Austragung der Juniorenweltmeisterschaften im Rudern 2005 für insgesamt ca. fünf Millionen Euro schrittweise ausgebaut und modernisiert. Nach der äußerst erfolgreichen Durchführung dieser internationalen Titelkämpfe erhielt Brandenburg an der Havel noch im selben Jahr den Zuschlag für die U 23 WM 2008. In dieser Zeit entstand beim DRV und LRV die Idee, sich um eine „große“ WM mit der Regattastrecke „Beetzsee“ als Austragungsort zu bewerben. Die so genannte „VISION 2013“ wurde vom Land Brandenburg und der Stadt Brandenburg an der Havel von Anfang an inhaltlich und finanziell voll unterstützt. So wurden aus dem Konjunkturpaket II für den weiteren Ausbau der Wettkampfanlage noch einmal fünf Millionen Euro bereitgestellt, um die modernsten technischen und infrastrukturellen Voraussetzungen zu schaffen, die für die Austragung internationaler Titelkämpfe in den verschiedenen Wassersportarten notwendig sind.

Stadtverwaltung Brandenburg an der Havel
 

BINDER

Transparency lobt Schmidt

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Kritik aus der Opposition, Hauptdarstellerin einer Werbekampagne - die SPD- Gesundheitsministerin hat nicht viel zu lachen momentan. Positive Worte kommen nun von den Korruptionswächtern.

Bei der Entwendung des Dienstwagens von Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) im Spanien-Urlaub ist der Fahrer offensichtlich von den Dieben betäubt worden. "Bisherige Erkenntnisse deuten darauf hin, dass die Täter ein Türgitter aufgehebelt und den Fahrer betäubt haben und dann der Fahrzeugschlüssel und persönliche Gegenstände aus dem Zimmer entwendet wurden“, heißt es in dem Schreiben von Gesundheitsstaatssekretär Klaus Theo Schröder an den Vorsitzenden des Haushaltsausschusses Otto Fricke (FDP).

Der inzwischen wieder aufgefundene Wagen ist nach Worten einer Ministeriumssprecherin anscheinend unbeschädigt. Für Ulla Schmidt dürfte die Nachricht ein eher schwacher Trost sein: Sie sieht sich mitten im Wahlkampf wegen der Nutzung ihres Dienstwagens im Spanien-Urlaub mit Rücktrittsforderungen konfrontiert. Der FDP-Bundestagsabgeordnete und Finanzexperte Frank Schäffler sagte der Bild-Zeitung: "Was Frau Schmidt gemacht hat, ist eine Sauerei." Die Ministerin habe sich dem Steuerzahler gegenüber "alles andere als fair verhalten und sollte deshalb zurücktreten".

Lob erhält die Gesundheitsministerin jedoch von den Korruptionswächtern von Transparency International. Die Nutzung des Dienstautos sei kein besonders großes Problem, sagte Vorstandsmitglied Anke Martiny der Nachrichtenagentur dpa. "Man sollte sich um die wichtigen Sachen kümmern", sagte Martiny. "Aus der Aufdeckung von Interessenkonflikten ist viel mehr Honig zu saugen." Sie lobte Schmidt für deren Einsatz gegen Geldverschwendung.

So gebe es im Gesundheitswesen massive Lobbyarbeit zugunsten der Pharmaindustrie und Ärzten, sagte Martiny. Schmidt habe sich wiederholt dagegen eingesetzt. "Als nun bekannt wurde, dass etliche Milliarden Euro neu in die Ärztevergütung fließen, hätte es sich eigentlich gehört zu sagen: Das hat sie gut gemacht, die Frau Schmidt", sagte Martiny.

Während Mediziner gegen die Honorarregeln mit Praxisschließungen und Vorkasse protestiert hatten, habe Schmidt die Mediziner nämlich richtigerweise zum Proteststopp gedrängt. Im Fall Schmidt gelte: "Wenn man mächtige Feinde hat, wird aufgegriffen, was geht." Martiny vertrat die Ansicht, dass bei Frauen andere "Muster der Skandalisierung" griffen als bei Männern. Sie glaubt: "Den Frauen wird übler mitgespielt als den Männern."


Der SPD-Haushaltsexperte Carsten Schneider nannte die aktuelle Diskussion um Schmidt "nicht glücklich". Am Ende werde die Entscheidung der Bürger bei der Bundestagswahl aber wohl nicht von einem gestohlenen Auto bestimmt, sondern von Sachfragen, mutmaßte er am Morgen im ZDF.

Auf die Frage nach Konsequenzen etwa für das Wahlkampfteam und die Besetzung künftiger Ministerposten erklärte Schneider, zwar kenne er die genaue Zusammensetzung nicht, es sei aber im Wesentlichen das alte Kabinett. "Die Minister haben gute Arbeit gemacht; Ulla Schmidt im Übrigen auch".

Angesichts der öffentlichen Diskussion der letzten Tage dringen Politiker von Union und Grünen indes auf eine rasche Änderung der Dienstfahrzeug-Richtlinie. In der Bild forderte der Vorsitzende der CDU-Mittelstandsvereinigung (MIT), Josef Schlarmann: "Minister und Staatssekretäre sollten bei Privatfahrten künftig das kostenmäßig ermittelte Entgelt selbst entrichten". Er sei dafür, die Richtlinie in diesem Sinne rasch zu ändern.

Der Grünen-Bundestagsabgeordnete und Haushaltsexperte Omid Nouripour sprach sich ebenfalls für eine Änderung aus: "Minister müssen private Fahrten künftig selbstverständlich selbst bezahlen."

"Noch viele Fragen unbeantwortet" Der Bund der Steuerzahler wirft Schmidt indes eine mangelhafte Aufklärung der Vorgänge und eine Verschleierungstaktik vor. Der Hauptgeschäftsführer der Organisation, Reiner Holznagel, sagte der Passauer Neuen Presse: "Die Ministerin klärt auch nur Stück für Stück auf und der Fall wird immer verworrener. Es sind noch viele Fragen unbeantwortet."

Holznagel warf der Ministerin erneut Verschwendung vor. "Vor dem Hintergrund, dass die Bundesregierung die höchsten Schulden in der Geschichte der Republik aufnehmen muss, wäre ein wenig Sparsamkeit der Minister ratsam. Frau Schmidt hätte hier ein gutes Vorbild sein können." Die Nutzung des Wagens sei "unverhältnismäßig" gewesen. Holznagel forderte eine Änderung der entsprechenden Vorschriften und eine eindeutigere Formulierung der Richtlinien.

Die Nutzung des Dienstwagens am Urlaubsort im spanischen Denia nahe Alicante war bekanntgeworden, nachdem er von Unbekannten gestohlen wurde. Ministerin Schmidt wies daraufhin den Vorwurf zurück, sie habe sich unkorrekt verhalten. Die Benutzung des Wagens entspreche der Rechtslage und den Richtlinien. Sie erklärte, sie nehme im Urlaub auch dienstliche Termine wahr. Private Fahrten mit dem Wagen würden abgerechnet.

dpa


Guttenberg ist beliebtester Politiker

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Aufstieg für den Bundeswirtschaftsminister: Guttenberg hat in der Gunst der Bürger nun auch die Bundeskanzlerin überflügelt. Aber auch für Merkel gibt es gute Nachrichten

Mit +2,1 Punkten auf einer Skala von -5 bis +5 ist der 37-jährige Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) derzeit der beliebteste Politiker vor Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit +2,0 Punkten. Auf Platz drei folgt laut dem am Freitag veröffentlichten Politbarometer vom ZDF mit großem Abstand Finanzminister Peer Steinbrück (SPD/+1,1). Den gleichen Trend für den erst im Februar berufenen Minister ergab eine Emnid-Umfrage für den Fernsehsender N24: Demnach ist Guttenberg der populärste Bundesminister. Von den Befragten beurteilen 66 Prozent seine Arbeit als gut, Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) kommt als Zweitplatzierte auf 58 Prozent. Im Kanzlerduell fällt SPD-Herausforderer Frank-Walter Steinmeier mit 25 Prozent (minus 3 Punkte) immer weiter hinter Merkel zurück. Die Amtsinhaberin wünschen sich dem Politbarometer zufolge 62 Prozent der Befragten (plus 3) auch als nächste Kanzlerin. Selbst bei den Anhängern der Grünen und der Linken liegt Merkel vor Steinmeier.

Schlechtes Zeugnis für Große Koalition

Die Bilanz der großen Koalition fällt indes nicht besonders schmeichelhaft aus: Nur 41 Prozent finden, dass Schwarz-Rot einen wichtigen Beitrag zur Lösung der Probleme in Deutschland geleistet hat, 53 Prozent sehen dies nicht so.
Zwei Monate vor der Bundestagswahl verfügen Union und FDP dem ZDF-Politbarometer zufolge über eine klare Mehrheit, was Merkel die Kanzlerschaft sichern könnte. In der politischen Stimmung liegen CDU und CSU demnach unverändert bei 37 Prozent, während sich die SPD um einen Punkt auf 25 Prozent verschlechtert hat. Die FDP verbesserte sich um einen Punkt auf 13 Prozent, die Linke verschlechterte sich um einen Punkt auf sieben Prozent.
Die Grünen blieben unverändert bei elf Prozent. Wenn schon am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, würden längerfristige Überzeugungen und Bindungen an die Parteien sowie koalitionstaktische Überlegungen eine etwas größere Rolle spielen. Dies berücksichtigt die Politbarometer-Projektion: Die CDU/CSU käme danach unverändert auf 36 Prozent, die SPD auf 24 Prozent (minus eins), die FDP erhielte 14 Prozent (plus eins), die Linke unverändert neun Prozent, die Grünen ebenfalls unverändert elf Prozent.

Pole Jerzy Buzek ist neuer EU-Parlamentspräsident

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Als erster osteuropäischer Politiker ist der konservative Pole Jerzy Buzek zum Präsidenten des Europäischen Parlaments gewählt worden. Bei der konstituierenden Sitzung der neu gewählten Volksvertretung in Straßburg stimmte eine Mehrheit von 555 der 736 Abgeordneten für Buzek. Seine Fraktion, die konservative Europäische Volkspartei, errang bei der Europawahl im Juni gut ein Drittel der Sitze und ist damit die stärkste Gruppe im Parlament.

function searchAndExecuteJS(nodes) { for (var i = 0; i Der enge Parteifreund des amtierenden Regierungschefs Donald Tusk gehört dem EU-Parlament seit 2004 an. Im selben Jahr war Polen gemeinsam mit neun anderen Staaten der EU beigetreten. Der 69-jährige Buzek war Ministerpräsident Polens von 1997 bis 2001.

Seine Regierung setzte heftig umstrittene Reformen des Sozialsystems und der öffentlichen Verwaltung durch. Buzek, der von Beruf Ingenieur in der Chemieindustrie war, schloss sich vor der Wende 1980 der oppositionellen Solidarnocz-Gewerkschaft an. Das Eintreten für Menschen- und Bürgerrechte sei Grundlage seines politischen Engagements, sagte Buzek. Die größte Herausforderung der kommenden Jahre sei der Kampf gegen die Wirtschafts- und Finanzkrise. Buzek wird in der ersten Hälfte der Legislaturperiode dem Parlament vorstehen. Dann soll ein Politiker der zweitstärksten Fraktion, der Sozialisten und Demokraten, das Amt übernehmen. Dafür gibt es bisher noch keinen Kandidaten. Im Gespräch ist jedoch der deutsche Sozialdemokrat Martin Schulz, der Fraktionsvorsitzende der Sozialisten.

Reuters

Deutscher will mit geladener Pistole ins Flugzeug

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An der Sicherheitskontrolle war Schluss: Ein deutscher Flugpassagier hat am Amsterdamer Flughafen versucht, eine geladene Pistole im Handgepäck mitzunehmen. Die Polizei nahm den mutmaßlichen Terroristen fest.

Auf dem Amsterdamer Flughafen Schiphol hat ein 56-jähriger Deutscher versucht, mit einer geladenen Pistole in ein Flugzeug zu gelangen. Die Waffe wurde bei der Sicherheitskontrolle im Handgepäck des Passagiers entdeckt, teilte die niederländische Grenzpolizei am Freitag mit.

Der Mann sei festgenommen, jedoch später wieder auf freien Fuß gesetzt worden, sagte ein Sprecher. Der Anfangsverdacht auf eine geplante terroristische Aktion habe sich nicht erhärtet. Allerdings werde der Mann wegen unerlaubten Waffenbesitzes angeklagt, da er keinen Waffenschein besitze. Vermutlich habe er die Pistole gestohlen.

Der Deutsche sei am Donnerstag für einen Flug nach Aberdeen in Schottland gebucht gewesen. Nach seiner Festnahme habe er verschiedene Erklärungen für die Pistole in seinem Handgepäck gegeben. Weder dazu noch zur Identität des Bundesbürgers machte die Polizei nähere Angaben.Die Freilassung sei durch einen Haftrichter mit der Begründung angeordnet worden, es sei nicht nachgewiesen worden, dass "der Mann etwas mit Waffe vorhatte". Angesichts bekanntermaßen strenger Sicherheitskontrollen dürfe man sein Verhalten aber "zumindest als sehr dämlich bezeichnen", sagte der Polizeisprecher.

DPA

Deutsche Bank: Machtspiel mit der Datenaffäre

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Die Deutsche Bank hat es geschafft, sich selbst in eine Krise zu manövrieren. Und morgen ist der Tag, an dem das sichtbar wird. Der harmloseste Termin am Dienstag ist die Präsentation des Ergebnisses für das zweite Quartal. Die Zahlen werden voraussichtlich nicht schlecht aussehen. Etwas ungemütlicher dürfte es für Josef Ackermann am Nachmittag werden, wenn er im HRE-Untersuchungsausschuss aussagen soll. Doch der Deutsche-Bank-Chef ist trainiert für solche Auftritte. Victory-Zeichen werden ihm nicht mehr passieren, und letztlich wird es schwer für seine Kritiker, seinen Ruf als Koordinator der ersten Feuerwehreinsätze zur Rettung der HRE zu erschüttern. Nein, an diesen Schauplätzen droht der Bank morgen keine Gefahr.

Der heikelste Termin dieses Tages ist die Aufsichtsratssitzung des Geldinstituts. Dabei wird niemand darum herumkommen, sich über das Verhältnis der Bank und ihres Vorstands zum Aufsichtsratsvorsitzenden Clemens Börsig Gedanken zu machen. Börsig steht unter enormem Druck. Sein Grundproblem ist, dass er an seiner vornehmsten Aufgabe, nämlich einen Nachfolger für Ackermann zu finden, grandios gescheitert ist. Dazu kommt, dass er dieses Scheitern versuchte zu vertuschen, indem er ausgerechnet sich selbst als Nachfolger ins Spiel brachte. Als auch das misslang, hätte er zurücktreten sollen. Das war im Mai.

Doch Börsig ist noch im Amt, und die Konsequenzen sind mittlerweile unübersehbar: Alle Welt zerreißt sich den Mund über einen Machtkampf zwischen Börsig und Ackermann. Was sonst so läuft in der Bank, ist zweitrangig geworden. Eine hässliche Datenaffäre belastet den obersten Aufseher zusätzlich. Er soll den Auftrag für schmutzige Spitzeldienste gegeben haben. Der Umstand, dass die Affäre unmittelbar nach Börsigs Pannen bei der Nachfolgesuche und seinem ausgebliebenen Rücktritt an die Öffentlichkeit gelangte, legt einen Verdacht nahe: Börsigs Gegenspieler in der Bank haben die Datenaffäre gezielt genutzt. Trifft die These zu, dass ein Machtkampf zwischen Vorstand und Aufsichtsratschef im Gange ist, könnte den Vorstand die deutlicher werdende Rolle Börsigs im Skandal sogar freuen.

Doch Achtung: Er würde sich zu früh freuen. Die Affäre kann aus dem Ruder laufen. Wer immer sie losgetreten hat, wird Mühe haben, die Geister, die er rief, wieder loszuwerden. Verliert Ackermann, hat die Bank ein Riesenproblem, weil er bislang nicht zugelassen hat, dass ein anderer in seine Fußstapfen wächst. Geht Börsig, dürfte das die Bank verkraften, aber einen Nachfolger hat sie trotzdem nicht. Damit steckt die Bank in einem Dilemma. Glückwunsch, meine Herren!


Oliver Stock, Handelsblatt

www.campact.de

Freakshow gewaltigen Ausmaßes

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Deutschland hat beim Eurovision Song Contest wiedermal keine Akzente setzen können und landete mit 35 Punkten auf Platz 20. Nun zieht der NDR die Notbremse und will in Zukunft mit Alleinunterhalter Stefan Raab kooperieren.

Warum die Deutschen beim Eurovision Song Contest nur noch auf die hinteren Ränge kommen? Weil wir den Schlagerwettbewerb nicht ernst genug nehmen, lautet die Standardantwort. Vielleicht verhält es sich genau entgegen gesetzt: Wir nehmen den Eurovision Song Contest nur ernst, weil wir uns hier alljährlich so grandios blamieren.

Warum sonst sollte man über eine Veranstaltung reden, deren größtes Verdienst es ist, 42 Länder in Europa zu verorten - und so der EU mit Siebenmeilenstiefeln vorauszueilen? Wer Eurovision guckt, führt Böses im Herzen, freut sich über eine Freakshow gewaltigen geographischen Ausmaßes. Von Cabo da Roca bis Wladiwostock. Der beim Deutschland für den Song Contest federführende NDR hat diese niederen Instinkte bisher fabelhaft bedient. Dass niemand Deutsche swingen (Roger Cicero und jetzt „Miss Kiss Kiss Bang“, Platz 19 und 20) oder Country-Music (Texas Lightning, Platz 15) fideln hören will, konnte man sich vorher denken. Dass man mit Künstlern, die bereits im heimischen Markt gescheitert sind, international wenig reißen wird, auch (Gracia, No Angels, beide letzter Platz).

Nimmt man - wozu es allerdings keine Veranlassung gibt - den Eurovision Song Contest so ernst, wie die Franzosen, schickt man Patricia Kaas. Wie Deutschland zum ehemaligen Grand Prix de la Chanson steht, mag man daran ablesen, dass der diesjährige Titel von Alex Christensen stammte. Also jenem Genie, dem wir das Kirmestechno-Stück „Du hast den geilsten Arsch der Welt“ zu verdanken haben. In der Jury, die Christensen auswählte, saß unter anderem die wenig erfolgreiche Popstar-Darstellerin Jeannette Biedermann und Scooter-Frontbrüller H.P. Baxxter. Geballte deutsche Musikkompetenz. Jetzt streicht der NDR die Segel und will mit Stefan Raab kooperieren. Der umtriebige Pro 7-Alleinunterhalter hat mit seinem Bundesvision Song Contest erfolgreich auf am Markt funktionierenden Pop gesetzt, auf Jan Delay oder Peter Fox. Ein Armutszeugnis für die Öffentlich-Rechtlichen: Jetzt brauchen sie schon Nachhilfe bei der Erzeugung von mehrheitsfähigem Trash.

ksta de


moinmoin

Arbeiten in den Niederlanden?

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Deutsche und Niederländer

Was wissen die Deutschen über die Niederlande? Die Holländer, wie wir sie gerne nennen, sind begeisterte Fußballfans, züchten Gentomaten, fahren im Sommer in Wohnwagenkonvois über die deutschen Autobahnen und lassen keine Gelegenheit aus, den Deutschen eins auszuwischen. Ach ja, Windmühlen und Tulpen, Dünen und Coffieshops sollten unbedingt erwähnt werden.

Das alles klingt nach einem ziemlich krampfhaften Versuch, den Niederländern ihre Schublade zuzuweisen. Vielleicht gibt es für diesen Krampf einen einfachen Grund: Eigentlich fällt uns an unseren nordwestlichen Nachbarn gar nichts Exotisches auf. Anders als Italiener, Franzosen, Briten und Spanier erscheinen uns die Holländer nicht wirklich als fremd. Sie sprechen oft deutsch mit uns, haben ganz ähnliche Umgangsformen und Gewohnheiten, ihre Städte und Dörfer unterscheiden sich äußerlich nicht wesentlich von denen in Nordwestdeutschland, Lebensstandard und Lebensstil sind vergleichbar, im Urlaub steuern sie die gleichen Reiseziele an.

Tatsächlich haben Deutsche und Niederländer eine lange gemeinsame Geschichte, in deren Verlauf sie sich nach Kräften wechselseitig beeinflusst haben. Viele Jahrhunderte lang waren auch die Niederlande Teil des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation - und zwar nicht irgendein Teil, sondern einer der wirtschaftlich höchstentwickelten mit einer entsprechenden Ausstrahlung auf Norddeutschland und das Rheinland. 1648 traten die Niederländer quasi aus Deutschland aus; an den engen wirtschaftlichen und politischen Beziehungen zu den deutschen Regionen änderte das nichts. Im Gegenteil: Bis weit ins 18. Jahrhundert hinein wurden niederländische Wirtschaft, Technik, Militär- und Staatsorganisation vorbildlich für das ganze protestantische Deutschland. Umgekehrt war Deutschland für die Niederlande das lebenswichtige wirtschaftliche Hinterland und zentraler Absatzmarkt für die Produkte, die die holländischen Global Player aus Übersee heranschifften oder im Land herstellten. Das ist noch heute so.

Einen tiefen Einschnitt in der Geschichte dieser deutsch-holländischen Symbiose stellt erst der Zweite Weltkrieg dar. Der deutsche Überfall und die anschließende Besetzung schockten die niederländische Gesellschaft nachhaltig und führten nach dem Krieg zu heftigen Abgrenzungsreaktionen gegenüber Deutschland. Mittlerweile sind Deutsche und Niederländer wieder näher aneinander herangerückt – gemeinsame politische Interessen im vereinigten Europa und mal wieder die Wirtschaft, nicht zuletzt zahllose persönliche Kontakte haben dazu geführt, dass der niederländische Deutschenhass nur eine Episode blieb. Das Verbindende der gemeinsamen Geschichte ist letztlich stärker als das Trennende.

Nichtsdestotrotz gibt es natürlich einige kulturelle Unterschiede. Dem deutschen Betrachter fällt vielleicht eine typische Mischung aus Effizienz und Lockerheit auf. Die Niederlande sind eines der Mutterländer des globalisierten Kapitalismus – wirtschaftliche Tüchtigkeit steht als Wert seit Jahrhunderten hoch im Kurs. Die starke protestantische Prägung hat ein Übriges getan, um dieses Leistungsethos in den Köpfen zu verankern. Auf der anderen Seite standen die holländischen Kaufleute seit jeher in Kontakt mit Handelspartnern in der ganzen Welt. Daher sind die Niederlande ein sehr weltoffenes Land, und Toleranz gegenüber anderen Weltanschauungen und Lebensstilen ist ein Kernwert der niederländischen Gesellschaft.

Die kulturelle Nähe in Verbindung mit der starken Wirtschaft machen die Niederlande zu einem idealen Zielland für Menschen, die nicht nur aus touristischen Gründen ein bisschen im Ausland jobben möchten, sondern nach einer ernsthaften beruflichen Perspektive suchen. Die Einkommen sind zwar im Durchschnitt etwas niedriger als in Deutschland, dafür zahlt man aber auch deutlich weniger Steuern und Abgaben. Die Lebenshaltungskosten sind in etwa vergleichbar. Die Arbeitsatmosphäre ist oft entspannter als bei uns, wovon man sich aber nicht täuschen lassen darf: Disziplin und Effizienz sind Grundlagen des holländischen Wirtschaftserfolgs. Nur wo diese Werte verinnerlicht sind, kann man sich kooperativen Führungsstil und flache Hierarchien leisten…


Wirtschaft und Arbeitsmarkt

Wirtschaftlich sind uns die Niederländer heute mal wieder eine Nasenlänge voraus. Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf ist etwas höher, die Arbeitslosigkeit deutlich niedriger als bei uns (2007: 3,2%). Mit der Globalisierung verbindet man in den Niederlanden vor allem Chancen. Kein Wunder, verdankt sich doch der Wohlstand hier schon seit Hunderten von Jahren der internationalen Ausrichtung der niederländischen Wirtschaft. Die Niederländische Ostindien-Kompanie, die seit 1602 den europäischen Handel mit Ostasien dominierte, ist gleichsam das Urbild aller modernen Weltkonzerne. So ist denn die niederländische Wirtschaft stark exportorientiert und verzeichnet regelmäßig hohe Außenhandelsüberschüsse. Wichtigster Handelspartner ist Deutschland.

Zahlreiche niederländische Unternehmen sind denn auch heute Weltspitze: Philips, ABN Amro, Aegon, Royal Dutch/Shell, Unilever und Reed-Elsevier seien exemplarisch genannt. Aber auch zahlreiche außereuropäische Konzerne haben ihre Europazentrale in den Niederlanden – z.B. Hewlett Packard, Canon, Microsoft und Toshiba.

Rückgrat der Wirtschaft sind aber die mittleren und kleinen Unternehmen, etwa in den Branchen Petrochemie, Maschinenbau, Software und Lebensmittelerzeugung. Große Bedeutung hat – bekanntermaßen - die niederländische Agrarwirtschaft, die stark exportorientiert ist. Aber vor allem im Dienstleistungssektor sind die Niederländer sehr stark: Logistik und Finanzdienstleistungen sind hier besonders zu nennen.

Die Wirtschaft wächst zur Zeit wieder recht stark, damit auch die Zahl zu besetzender Stellen. 2006 konnten fast 28% der offenen Stellen nicht besetzt werden, da es an geeigneten Bewerbern fehlte. Baugewerbe, Industrie, öffentliche Verwaltung sowie Gesundheits- und Pflegebranche sind hier besonders betroffen. Auch Akademiker haben prinzipiell gute Aussichten – hier besonders Ingenieure, Informatiker und Betriebswirte.


Sprache

Noch kurz zur Sprache. Sehr viele Niederländer sprechen sehr gut Englisch, viele auch Deutsch. Wer in den Niederlanden arbeiten will, muss aber in der Regel Niederländisch sprechen – allenfalls für hoch qualifizierte Spezialisten bei internationalen Konzernen kann unter Umständen Englisch ausreichen. Das ist aber eigentlich kein großes Problem:  Niederländisch ist dem Deutschen sehr nah verwandt, und als deutscher Muttersprachler
kann man die Sprache vergleichsweise schnell lernen – schneller noch als Englisch.

Mit KLM billig Flüge nach Amsterdam buchen

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KLM Royal Dutch Airlines erhöht die Frequenzen ab/nach Deutschland. Vom 8. Juni an bietet KLM zusätzliche Verbindungen von Berlin und Hannover nach Amsterdam an.

In Berlin erhöht KLM die Frequenzen auf sechs statt fünfmal täglich und in Hannover auf fünf- statt bisher viermal täglich.

Darüber hinaus erhöht KLM auch die Kapazitäten: Auf den Flügen von Berlin-Tegel und München werden teilweise größere Maschinen eingesetzt (Boeing B737-800) eingesetzt und ab Düsseldorf werden einige Fokker 50 durch Fokker 70 ersetzt.

Langstreckenziele der Airline sind: Boston, Chicago, Dallas, Houston, Los Angeles, Memphis, Montreal, New York, Portland (Oregon), San Francisco, Seattle, Toronto, Vancouver und Washington.

Weitere News von KLM/Air France:
Neuerdings brauchen Sie nur Ihren PDA oder Ihr Handy, um sich für einen Flug mit Air France oder KLM einzuchecken. Ihre Bordkarte erhalten Sie automatisch als SMS, MMS oder E-Mail an Ihr Mobilgerät. Die Nachricht enthält, wie das Äquivalent aus Papier, alle relevanten Daten, einschließlich dem Strichcode, den die Fluggesellschaft vor dem Einsteigen am Gate scannen. Sie brauchen also keine Bordkarte mehr zu drucken. Das einzige Papier, das Sie noch für die Reise brauchen, ist Ihr Pass oder Ihr Personalausweis.

Vergleichen Sie im Flug-Buchungs-Bereich die KLM- Tarife mit denen der anderen Linienfluggesellschaften.

Hier finden Sie mehr Infos zur: KLM und zum Vielfliegerprogramm: Flying Blue.

Hinweis aus dem Kleingedruckten:
Bitte beachten Sie, dass Sie bei der Zahlung mit Kreditkarte eine Zusatzgebühr von 3,- Euro entrichten müssen.


www.airfrance.de



 UNO spricht von Blutbad in Sri Lanka

Die Vereinten Nationen nennen das, was am Wochenende in der so genannten sicheren Zone im Nordosten Sri Lankas passierte, ein Blutbad. Unbestritten ist inzwischen, dass fast 400 Menschen umgekommen und offenbar mehr als 1000 verletzt worden sind, weil mit schweren Waffen auf sie geschossen wurde. Ein Arzt, der in dem Gebiet arbeitet, bestätigte gegenüber mehreren Journalisten am Telefon, dass in seiner provisorischen Klinik 378 Leichen registriert worden seien, darunter 100 Kinder. Eine tamilische Hilfsorganisation hat zum Teil grausame Fotos in Umlauf gebracht, die beweisen sollen, was passiert ist.


Die tamilische Rebellen-Organisation LTTE beschuldigt die Armee, die Sicherheitszone, die im Rebellengebiet liegt, ohne jede Rücksicht auf die Zivilbevölkerung beschossen zu haben. Die sri-lankische Regierung auf der anderen Seite weist die Vorwürfe entschieden zurück und spricht von LTTE-Propaganda. Danach sollen die Rebellen selber auf die tamilischen Zivilisten geschossen haben, auch sie seien im Besitz von Artillerie-Waffen. Ein Armeesprecher wies außerdem darauf hin, dass es der Armee gelungen sei, mehrere hundert Zivilisten aus der Kampfzone zu befreien, die von den Rebellen als menschliche Schutzschilde missbraucht worden seien.

 

Unabhängig überprüfbar ist das alles nicht. Die sri-lankische Regierung erlaubt weder Journalisten noch unabhängigen Hilfsorganisationen, sich ein eigenes Bild zu machen. Das hat in den vergangenen Tagen auch ein Fernsehteam des britischen Senders Chanel 4 News zu spüren bekommen. Die drei Journalisten wollten  sich in der Nähe der östlich gelegenen Stadt Trincomalee in Flüchtlingslagern umsehen. Sie wollten mit den Menschen sprechen, sie fragen, was ihnen passiert ist und ob sie in den Lagern gut behandelt werden. Aber die sri-lankische Armee nahm die britischen Journalisten fest. Die Regierung hat sie inzwischen ausgewiesen.


Nach Angaben der Vereinten Nationen sind im Moment noch mindestens 50.000 Menschen zwischen den Fronten gefangen und von fast jeder Hilfe abgeschnitten. Es gibt ausreichend Indizien dafür, dass sie von beiden Konfliktparteien rücksichtslos missbraucht werden. Die sri-lankische Regierung und Armee wollen die LTTE vernichtend schlagen. Und die LTTE benutzt die Zivilisten, damit genau das nicht passiert.


Die tamilischen Rebellen führen seit 1983 einen bewaffneten Kampf für einen eigenen Staat im Norden und Osten der Insel. Sie haben dort in den vergangenen Jahren tatsächlich weite Teile kontrolliert und quasi-staatliche Strukturen geschaffen. Jetzt hat die sri-lankische Armee das Territorium fast vollständig zurückerobert. Die LTTE-Kämpfer sind auf einem winzigen Küstenstreifen nördlich der Stadt Mullataivu eingekesselt. In diesem Krieg sind in den vergangenen 26 Jahren mehr als 70.000 Menschen ums Leben gekommen.
 

ARD


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