Immobilien als Altersvorsorge begehrt
Immobilien bilden nach Meinung der Mehrzahl der Deutschen den besten Schutz vor Inflation und werden im Rahmen der Altersvorsorge eine immer größere Rolle spielen. Dies hat eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag des Immobilienverbandes IVD ergeben, die die Organisation jetzt bekannt machte. Zwei Drittel aller Bundesbürger halten es danach für wichtig, dass möglichst viele Wohneigentum anschaffen können. 51 Prozent meinen, dass der Staat den Kauf einer selbst genutzten Immobilie fördern sollte. "Gerade in Krisenzeiten entdecken die Menschen in Deutschland die Immobilie als werthaltige Assetklasse wieder", stellt Jens-Ulrich Kießling, Präsident des IVD, fest. Anzeige. Bei der Frage nach den Anlage mit dem besten Inflationsschutz nennen 54 Prozent die Immobilie, 14 Prozent Rohstoffe wie Gold, zehn Prozent das klassische Sparkonto, acht Prozent ein Festgeldkonto und fünf Prozent Aktien, heißt es beim IVD. Drei Viertel der Immobilieneigentümer halten ihr Haus oder ihre Wohnung für eine werthaltige Vermögensanlage. Nur 23 Prozent der Eigentümer teilen diese Auffassung nicht. 87 Prozent der Befragten gehen von einer gleichbleibenden oder größer werdenden Bedeutung von Wohneigentum bei der Altersvorsorge aus. Mehr als die Hälfte der Bürger (58 Prozent) glauben, dass Wohneigentum in Zukunft eine größere Rolle bei der Altersversorgung spielen wird. 29 Prozent gehen von einer unveränderten Rolle aus. Bei den Mietern gehen 50 Prozent von einer größeren und 32 Prozent von einer unveränderten Rolle der Immobilie in der Altersvorsorge aus. "Die selbst genutzte Immobilie ist eine wichtige Säule der privaten Altersvorsorge. Die Mietfreiheit im Alter ist ein großer Vorteil", so Kießling. Zwei Drittel (67 Prozent) der Bevölkerung wünschen, dass viele Bürger Wohneigentum erwerben können. Diese Einschätzung findet sich in allen Bevölkerungsgruppen. Von den befragten Eigentümern halten dies 78 Prozent, von den Mietern 56 Prozent für wichtig. Rund die Hälfte der Mieter (48 Prozent) hat laut Umfrage bereits über einen Immobilienerwerb nachgedacht. Diese Zahlen belegen nach Auffassung des IVD den hohen Stellenwert der Immobilie. "Es gibt in Deutschland rund 21 Millionen Mieterhaushalte", sagt IVD-Vizepräsident Peter Schick. "Zehn Millionen Haushalte müssen als 'verhinderte Eigentümer' gelten. Hier ist ein großer Bedarf an Förderung des Wohneigentums vorhanden." Der Staat sollte den Kauf einer selbst genutzten Immobilie stärker fördern. Dieser Aussage stimmt eine Mehrheit der Bevölkerung (51 Prozent) zu. Nur 31 Prozent finden, dass der Staat genug tue. Ein Drittel derer, die größere Unterstützung erwarten, wünschen sich die Wiedereinführung der Eigenheimzulage. 23 Prozent halten Steuererleichterungen für eine wichtige und sinnvolle Fördermaßnahme. Die Förderung von Gebäudesanierung schätzt nur eine Minderheit von vier Prozent der Bürger als sinnvolle Maßnahme ein. "Der Staat muss den Kauf einer selbst genutzten Immobilie stärker fördern", fordert Kießling. "Das Steuerrecht muss in Bezug auf Wohneigentum geändert werden", so Kießling weiter. Der IVD werde der Politik dazu umfangreiche Vorschläge vorlegen. "Das Steuerrecht muss in Bezug auf Wohneigentum geändert werden".
morgenpost.de
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So kriegen Sie den besten Immobilienkredit
Die Zinsen sind niedrig, der Kauf einer Immobilie scheint sich jetzt besonders zu lohnen. Dabei kommt es aber nicht nur auf die richtige Lage und einen guten Preis an. Investoren sollten sich auch eine geschickte Finanzierung und Fördermöglichkeiten sichern. Das gilt besonders für Ökohäuser.
Der harte Wettbewerb zwischen den Banken hat zu individuelleren und flexibleren Angeboten für die Immobilienfinanzierung geführt. Kunden müssen nicht unbedingt brav ihr Darlehen bis zum Ende durchzahlen, sie können häufig die Tilgung frei wählen und sogar verschiedene Modelle kombinieren. Kombi-Darlehen: In Zeiten niedriger Zinsen erscheint ein variables Darlehen besonders attraktiv. Der Zins bei diesen Darlehen richtet sich nach dem Drei-Monats-Euribor (European Interbank Offered Rate, zurzeit bei 1,25 Prozent). Zu diesem Zinssatz leihen sich Banken untereinander kurzfristig Geld. Diesen Zins gibt die Bank für jeweils drei Monate an die Kunden weiter. Marktbeobachtern zufolge könnte der variable Darlehenssatz bald unter zwei Prozent fallen. Zehnjährige Standarddarlehen kosten mindestens das Doppelte. Die Gefahr liegt allerdings auf der Hand: Steigt der Leitzins wieder, folgt auch der Euribor, und der Kredit wird drei Monate später plötzlich teurer. Diese Variante ist also nur etwas für Hauskäufer mit Finanzpolster und guten Nerven.
'Beim Kombidarlehen wird das variable mit einem Standarddarlehen kombiniert. Kreditvermittler wie Interhyp bieten fertige Konstruktionen mit beispielsweise 15 Jahren Laufzeit, bei denen sich der Kredit halbe-halbe auf feste und variable Zinsen verteilt. Zurzeit liegt der Mischzinssatz bei 3,44 Prozent. Das liegt immerhin ein Prozentpunkt unter guten Festzinsangeboten. Bei einer Kreditsumme von 300.000 Euro und 15 Jahren Laufzeit macht das 3000 Euro weniger Zinszahlung pro Jahr aus. Sollte der Leitzins schnell wieder ansteigen und den Kredit verteuern, können die Kunden den variablen Anteil in einen festen umwandeln. Später, bei sinkenden Zinsen, können sie allerdings nicht wieder zurück.
Standarddarlehen: Wer sich für ein normales Darlehen mit festen Zinsen entscheidet (oder bereits entschieden hat), fügt sich meistens in sein „Schicksal“ und geht davon aus, das Geld zu stets gleichen Zinsen bis zum Ende der Zinsbindung zahlen zu müssen. Niedrigzinsphasen ziehen an dieser Kundschaft wirkungslos vorüber. In einer Umfrage stellte der Baugeldvermittler HypothekenDiscount fest: 56,7 Prozent der Befragten glauben, dass man nicht frühzeitig aus einem Kredit aussteigen kann und die lange Zinsbindung deshalb teuer werden kann. 51,8 Prozent glauben, eine Vorfälligkeitsentschädigung sei zwingend – also die teilweise Erstattung entgangener Zinszahlungen an die Bank, wenn man in ein günstigeres Darlehen umschichtet.
Der harte Wettbewerb zwischen den Banken hat zu individuelleren und flexibleren Angeboten für die Immobilienfinanzierung geführt. Kunden müssen nicht unbedingt brav ihr Darlehen bis zum Ende durchzahlen, sie können häufig die Tilgung frei wählen und sogar verschiedene Modelle kombinieren. Kombi-Darlehen: In Zeiten niedriger Zinsen erscheint ein variables Darlehen besonders attraktiv. Der Zins bei diesen Darlehen richtet sich nach dem Drei-Monats-Euribor (European Interbank Offered Rate, zurzeit bei 1,25 Prozent). Zu diesem Zinssatz leihen sich Banken untereinander kurzfristig Geld. Diesen Zins gibt die Bank für jeweils drei Monate an die Kunden weiter. Marktbeobachtern zufolge könnte der variable Darlehenssatz bald unter zwei Prozent fallen. Zehnjährige Standarddarlehen kosten mindestens das Doppelte. Die Gefahr liegt allerdings auf der Hand: Steigt der Leitzins wieder, folgt auch der Euribor, und der Kredit wird drei Monate später plötzlich teurer. Diese Variante ist also nur etwas für Hauskäufer mit Finanzpolster und guten Nerven.
'Beim Kombidarlehen wird das variable mit einem Standarddarlehen kombiniert. Kreditvermittler wie Interhyp bieten fertige Konstruktionen mit beispielsweise 15 Jahren Laufzeit, bei denen sich der Kredit halbe-halbe auf feste und variable Zinsen verteilt. Zurzeit liegt der Mischzinssatz bei 3,44 Prozent. Das liegt immerhin ein Prozentpunkt unter guten Festzinsangeboten. Bei einer Kreditsumme von 300.000 Euro und 15 Jahren Laufzeit macht das 3000 Euro weniger Zinszahlung pro Jahr aus. Sollte der Leitzins schnell wieder ansteigen und den Kredit verteuern, können die Kunden den variablen Anteil in einen festen umwandeln. Später, bei sinkenden Zinsen, können sie allerdings nicht wieder zurück.
Standarddarlehen: Wer sich für ein normales Darlehen mit festen Zinsen entscheidet (oder bereits entschieden hat), fügt sich meistens in sein „Schicksal“ und geht davon aus, das Geld zu stets gleichen Zinsen bis zum Ende der Zinsbindung zahlen zu müssen. Niedrigzinsphasen ziehen an dieser Kundschaft wirkungslos vorüber. In einer Umfrage stellte der Baugeldvermittler HypothekenDiscount fest: 56,7 Prozent der Befragten glauben, dass man nicht frühzeitig aus einem Kredit aussteigen kann und die lange Zinsbindung deshalb teuer werden kann. 51,8 Prozent glauben, eine Vorfälligkeitsentschädigung sei zwingend – also die teilweise Erstattung entgangener Zinszahlungen an die Bank, wenn man in ein günstigeres Darlehen umschichtet.
Wohnungspreise in Deutschland sinken rasant
Einfamilienhäuser und Wohnungen sind derzeit günstig zu haben. Der Marktwert von Wohneigentum ist seit Jahresbeginn um neun Prozent gefallen. Experten sagen einen weiteren Preisverfall voraus. Doch nicht alle Immobilienpreise sinken. WELT ONLINE verrät, um welche Objekte sich Investoren reißen.
Der Preisverfall bei Wohneigentum verschärft sich. Eigenheime haben sich seit Anfang 2005 im bundesweiten Durchschnitt um fast ein Fünftel verbilligt. Und seit Jahresbeginn sind die Preise noch stärker unter Druck. Anderseits investieren vermögende Anleger zunehmend in Wohneigentum. In Großstädten übersteigt die Nachfrage die Zahl der Verkaufsangebote. Nach Angaben des Immobiliendienstleisters Hypoport sind die Preise der bundesweit verkauften Eigenheime im ersten Quartal im Durchschnitt um neun Prozent von 185.000 Euro auf 168.375 Euro gesunken. Die Preise von Eigentumswohnungen fielen im gleichen Zeitraum um 4,3 Prozent von durchschnittlich 136.000 Euro auf 130.202 Euro. Über die Europace-Plattform von Hypoport werden rund zehn Prozent aller Hypothekendarlehen in Deutschland abgewickelt. Der Index spiegelt somit die Entwicklung der tatsächlichen Verkaufspreise im gesamten Bundesgebiet wieder. Jürgen Kelber, geschäftsführender Direktor des in Deutschland, Österreich und Osteuropa tätigen Wohnimmobilienentwicklers Conwert SE, erwartet in den kommenden Jahren sogar eine regelrechte Verkaufswelle von Einfamilienhäusern: „Das wird mancherorts zu einem dramatischen Preisverfall führen.“ Die meisten Eigenheimbesitzer seien alt, viele von ihnen wollten sich der mühsamen Gartenarbeit entledigen und in eine Eigentumswohnung in der Stadt ziehen. „Die späteren Erben haben meist kein Interesse an den häufig abgewohnten Häusern, weil sie selbst bereits in den Ballungszentren wohnen“, sagt Kelber. „Gleichzeitig gibt es aber in Klein- und Mittelstädten kaum Käufer, weil von dort immer mehr jüngere Familien wegen des größeren Angebots an Arbeitsplätzen in die Metropolregionen umziehen.“Wulff Aengevelt, geschäftsführender Gesellschafter des Maklerhauses Aengevelt Immobilien, weist aber auch auf einen anderen Trend hin: „Vermögende Privatanleger suchen Objekte im Hochpreissegment, die stabil und konjunkturresistent sind.“ Deshalb hätten in diesem Teilmarkt mit der steigenden Nachfrage auch die Preise merklich angezogen. Hingegen seien im unteren und mittleren Marktsegment die Nachfrage und damit die Preise weiter zurückgegangen. „Die Rezession und die Angst vor der Arbeitslosigkeit hält mittelstarke Haushalte derzeit davon ab, Wohneigentum zu erwerben“, sagt Aengevelt. Da die Hypoport-Statistik den Gesamtmarkt in Deutschland abbilde, spiegele sie die unterschiedliche Entwicklung in den einzelnen Marktsegmenten nicht wider. l
Der Preisverfall bei Wohneigentum verschärft sich. Eigenheime haben sich seit Anfang 2005 im bundesweiten Durchschnitt um fast ein Fünftel verbilligt. Und seit Jahresbeginn sind die Preise noch stärker unter Druck. Anderseits investieren vermögende Anleger zunehmend in Wohneigentum. In Großstädten übersteigt die Nachfrage die Zahl der Verkaufsangebote. Nach Angaben des Immobiliendienstleisters Hypoport sind die Preise der bundesweit verkauften Eigenheime im ersten Quartal im Durchschnitt um neun Prozent von 185.000 Euro auf 168.375 Euro gesunken. Die Preise von Eigentumswohnungen fielen im gleichen Zeitraum um 4,3 Prozent von durchschnittlich 136.000 Euro auf 130.202 Euro. Über die Europace-Plattform von Hypoport werden rund zehn Prozent aller Hypothekendarlehen in Deutschland abgewickelt. Der Index spiegelt somit die Entwicklung der tatsächlichen Verkaufspreise im gesamten Bundesgebiet wieder. Jürgen Kelber, geschäftsführender Direktor des in Deutschland, Österreich und Osteuropa tätigen Wohnimmobilienentwicklers Conwert SE, erwartet in den kommenden Jahren sogar eine regelrechte Verkaufswelle von Einfamilienhäusern: „Das wird mancherorts zu einem dramatischen Preisverfall führen.“ Die meisten Eigenheimbesitzer seien alt, viele von ihnen wollten sich der mühsamen Gartenarbeit entledigen und in eine Eigentumswohnung in der Stadt ziehen. „Die späteren Erben haben meist kein Interesse an den häufig abgewohnten Häusern, weil sie selbst bereits in den Ballungszentren wohnen“, sagt Kelber. „Gleichzeitig gibt es aber in Klein- und Mittelstädten kaum Käufer, weil von dort immer mehr jüngere Familien wegen des größeren Angebots an Arbeitsplätzen in die Metropolregionen umziehen.“Wulff Aengevelt, geschäftsführender Gesellschafter des Maklerhauses Aengevelt Immobilien, weist aber auch auf einen anderen Trend hin: „Vermögende Privatanleger suchen Objekte im Hochpreissegment, die stabil und konjunkturresistent sind.“ Deshalb hätten in diesem Teilmarkt mit der steigenden Nachfrage auch die Preise merklich angezogen. Hingegen seien im unteren und mittleren Marktsegment die Nachfrage und damit die Preise weiter zurückgegangen. „Die Rezession und die Angst vor der Arbeitslosigkeit hält mittelstarke Haushalte derzeit davon ab, Wohneigentum zu erwerben“, sagt Aengevelt. Da die Hypoport-Statistik den Gesamtmarkt in Deutschland abbilde, spiegele sie die unterschiedliche Entwicklung in den einzelnen Marktsegmenten nicht wider. l